Interview-Verzeichnis (alle)

24. Januar 2004 ·

Niet toegeven aan de wegwerpmaatschapij

Franz Straatsmann im Interview mit Hartmut Haenchen

Dieser Text ist das unverarbeitete schriftliche Interview

Een dierbare herinnering aan Vredenburg, of een leuke anecdote.

Meine erste Begegnung mit Vredenburg war eher peinlicher Natur. Als ich mein Amt mit Mahlerrs 1. Sinfonie als Chefdirigent antrat, wollte mir die Direktion des NedPhO einen Gefallen tun und hat einen extra Tag Vredenburg für Proben gemietet um uns die lang dauernde Frustation mit den Proben in der Jaap Eden-Hal zu erleichtern, wo ich meine ersten Proben hatte.
Am dritten Probentag komme ich also zur Jaap Eden Hal, aber kein Musiker ist weit und breit zu sehen. Nach einiger Zeit war mir das doch sehr verdächtig und ich rief im Büro an. Die Antwort war: Die Probe ist doch in Utrecht in Vredenburg. Einen Dienstwagen hat das NedPhO nicht und so fuhr ich (immer noch mit meiner DDR-Nummer) nach Utrecht(wo ich noch nicht vorher war), fand Vredenburg nicht und als ich es fand, fand ich die Einfahrt nicht, da man dazu aus A’dam kommend einmal wenden muß. Das Orchester begrüßte den neuen Chef mit entsprechendem Applaus.

Wat houdt u dezer dagen/jaren het meest bezig in uw eigen muziekleven of in het muziekleven in het algemeen?
Ganz allgemein das Phänomen, daß auf der einen Seite die Professionalität des Musiker-Berufes ständig wächst und auf der anderen Seite der Dilletantismus durch die Medien wie bei dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" gefördert (und gefordert) wird, wenn es nur etwas ist, was sich "vermarkten" läßt. Inhalte sind immer weniger "gefragt". Eine Entwicklung die ich mit großer Sorge sehe, ebenso, wie die Entwicklung der musischen Bildung in Europa. Auf der einen Seite haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen, daß für die Leistungsfähigkeit von Menschen und für die sozialen Aspekte des Zusammenlebens die Künste eine wesentliche und fördernde Rolle spielen, auf der anderen Seite wird immer weniger in der Breite an dieser Ausbildung getan.

Welke ontwikkelingen zullen zich voordoen in uw/het muziekleven gedurende de komende tien jaar. Ik heb begrepen dat de boekredactie wat betreft ‘het muziekleven’ vooral op de Nederlandse situatie doelt.
Da kann ich wenig sagen, was das niederländische Musikleben betrifft. Sicher werde ich in Konzerten bei niederländischen Orchestern gelegentlich - wie in diesem Jahr beim RSO mit drei Programmen - zu hören sein. Bei der niederländischen Oper reichen die Pläne bis ins Jahr 2006. Diese Entscheidungen liegen nicht bei mir. ich lasse mich also überraschen.
Kultur-politisch sehe ich (nicht nur in den Niederlanden, da aber ganz besonders, da die Niederlande ja in der Kultursubvention ein Entwicklungsland sind) einen weiteren Abbau dessen, was man fälschlicherweise „Hochkultur“ nennt um populär zu sein.
Vergessen wir nicht: In allen Künsten hat eben nur diese „Hochkultur“ die Zeiten überdauert und die Bewunderung der späteren Generationen und deren Kulturbegriff stimuliert und gefördert.

Vriendelijk verzoek ik mij te laten weten of u mee wilt doen aan deze geschreven-portrettengalerij in Vredenburg (zoals u misschien weet staan er bustes van veel componisten in de gangen en foyers).

Die inzwischen durch viele Ausstellungen berühmte Büste von Wieland Förster wartet noch auf seinen Platz in Amsterdam.


Zelf zou ik aan de basisvragen toevoegen:
‘De democratie van de luisteraar’ werd destijds in Vredneburg uitgewerkt door architect Herman Herzberger. Iedereen rondom het orkestpodium, Vindt u Vredenburg een geslaagde concertzaal, in vergelijking met zalen die in de afgelopen 25 jaar zijn gebouwd, en waar u dirigeerde en dus ervaring opdeed.

Wie ich in meinen Bemerkungen über LA schon sagte, steht Vredenburg nicht allein in dem Saal-Konzept.
Und Vredenburg gehört zu den gelungenen neueren Konzertsälen in der Welt und deswegen habe ich mich seinerzeit auch vehement gegen einen Abriß des Saales gewandt.
Das Konzept und die Größe des Saales haben natürlich - wie jeder Saal- auch Grenzen: Die Größe erlaubt eigentlich auch nur Musik bis zu einer bestimmten Art der Besetzungsgröße: Bis zu einer Beethoven- oder Schubert-Sinfonie ist dieser Saal ideal. Eine Mahler 2. eben problematisch, da es dann - wegen der Verbreiterung des Podiums - fast keine Plätze im Saal mehr gibt, die den eigentlichen Willen der Klangbalance des Dirigenten noch hören lassen.

In verband met deze vraag, vermeld ik dat Vredenburg deels wordt afgebroken, maar de grote zaal blijft staan en wordt opgenomen in een nieuw Vredenburg met een nieuwe kleine zaal en een zaal voor popmuziek. De architect is net als 25 jaar geleden Herzberger. Vindt u het een goed idee om de grote zaal te behouden. Zo niet, wat zou u adviseren?

Wenn überhaupt jemand diesen Saal verändern darf, dann ist das Herzberger selbst. Für mich ist dieser Saal in seiner Konzeption und architektonischen Konsequenz ein Monument des mittleren 20. Jahrhunderts. Das sollte man in der Substanz erhalten, wenn möglich verbessern und restaurieren. Wir sollten nicht schon bei guten Konzertsälen die „Wegwerfgesellschaft“ praktizieren.

Wanneer was uw eerste kennismaking met Vredenburg? Nog voor uw benoeming bij het Nederlands Philharmonisch?

siehe oben

De komende seizoenen staan voor u weer in het teken van de ‘Ring’. Bij de eerste cyclus had u uw handen vol aan het uitkammen van de partituren op ‘fouten’. Kunt u nu de partituren zo uit de kast trekken? Heeft die kritische aanpak ook doorwerking in de (eventuele) nieuwe uitgaven van Wagners partituren?

Den "Ring" muß man immer wieder neu lernen und ihm sich immer wieder neu nähern, aber natürlich ist die wissenschaftliche Arbeit getan und ich kann auf ein korrigiertes Orchestermaterial zurückgreifen. Die vorliegenden Ausgaben werden vom Herausgeber nicht neu gedruckt werden, aber man kann ja von meiner Web-Site die von Verlag anerkannte Druckfehler-Liste herunter laden und bei der jetzt erscheinenden "Walküre"-Partitur hat die Herausgeberin Frau Dr. John meine Vorschläge, Fragen und Wünsche mit verarbeitet und mich deswegen auch im Vorwort dankend erwähnt.

Klopt het dat u bij het Radio Symfonie Orkest gaat dirigeren als vervanger van de heer Hans Vonk?

Es waren ohnehin Konzerte beim RSO schon lange geplant und dazu sind noch Termine gekommen, die wohl ursprünglich Hans Vonk zugedacht waren. Die Programme sind zusammen mit mir geplant worden.
Bij voorbaat dank ik u voor uw bereidwilligheid om te reageren.
Vriendelijk groetend,

Franz Straatman.

Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Muziekcentrums Vredenburg wurde das Interview in einem Sammelband mit Künstlern, welche dem Haus sehr verbunden sind, veröffentlicht (Seite 20-21)