Texte

10. August 2018

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 2

Warum keine der gedruckten Fassungen? (PDF am Ende des Textes mit Fußnoten)

Wie die Mehrzahl der Komponisten änderte auch Bruckner während des Kompositionsprozesses. Auch die Satzfolge wurde noch vor der ersten Probe in die traditionelle Reihenfolge mit dem Adagio an zweiter Stelle gebracht und gleichzeitig um einen Teil vor der Coda des langsamen Satzes ergänzt. Alles Änderungen, die Bruckner als künstlerisch wichtig empfand. Und dies ist auch der entscheidende Punkt für die Frage nach der Fassung. Uns liegt der Erstdruck von 1892 vor, wo Bruckner noch kleinere Änderungen hinzugefügt hat, eine Ausgabe von Robert Haas, die verschiedene Fassungen gleichzeitig in Partitur gebracht hat. Leopold Nowak hat versucht, die zweite Fassung von 1876/77 in Partitur zu
19. Juli 2017

Programmheft-Text für Parsifal bei den Bayreuther Festspielen 2017

Von Richard Lorber aus verschiedenen Texten von Hartmut Haenchen zusammengestellt.

14. Mai 2017

„Zum Raum wird hier die Zeit “

Programmheft-Text für die Bayreuther Festspiele 2017. Aus verschiedenen ausführlichen Texten von Hartmut Haenchen zusammengestellt von Richard Lorber. Mit Fußnoten und Bilddokumenten versehene PDF am Ende des Textes zum download.

Tempo, Aufführungspraxis und neue Erkenntnisse zur Partitur Dieser Ausspruch von Gurnemanz umschreibt die Besonderheit von „Parsifal“, der in seiner dramaturgischen Großform ein Sonderfall ist. Keine Oper. Kein Drama. Kein Oratorium. Eine moderne, dialektische, binäre Struktur aus Handlung im klassischen Sinne und Reflexion. Der traditionelle Begriff von „Handlung“ wird aufgehoben. Handlung und Reflexion werden miteinander verwoben. Wagner erfindet bereits für das Vorspiel des 1. Aktes eine exemplarische, für das ganze Stück
01. Januar 2017

Richard Wagners Änderungen und Zusätze für die Solisten des Parsifal

Aus den verschiedenen Quellen stellte Hartmut Haenchen eine Liste für die Sänger der Aufführung 2017 in Bayreuth zusammen.

30. Dezember 2016

Richard Strauss: Elektra Änderungen für die Sänger bei der Uraufführung 1909

Im Arbeitsprozess mit Ernst von Schuch, gab es umfangreiche Änderungen gegenüber der heutigen Partitur, die gedruckt wurden. Vielfach wurde auch bei den Gesangspartien geändert oder hinzugefügt. (PDF am Ende des Textes)

Glücklicherweise sind Uraufführungsmaterial und Uraufführungspartitur der Sächsischen Staatskapelle durch die Kriegswirren hindurch erhalten geblieben. Sie zeigen, wie selbst nach der gedruckten Partitur (verwendet wurde die Partitur Nr. 2 vom Verlag Adolf Fürstner) im Probenprozess Druckfehler (bei Weitem nicht alle, einige sind sogar noch auf der Karl Böhm-Aufnahme dokumentiert) beseitigt wurden, die Instrumentation korrigiert, die Dynamik angepaßt und viele Details hinzugefügt.
25. August 2016

Richard Wagner: Parsifal

Die wesentlichen Unterschiede zum herkömmlichen Aufführungsmaterial.

Es gibt das Textbuch, das Particell und die Reinschrift der Partitur von Richard Wagners Hand, es gibt die von Engelbert Humperdinck erstellte Druckvorlage (mit Wagners Änderungen gegenüber dem Autograph), es gibt in Bayreuth im Siegfried-Haus die von Ernst Hausburg geschriebene Uraufführungspartitur, die Hermann Levi gebrauchte. In jedem Stadium der Partitur gibt es Veränderungen. Das Material, aus dem man seit etwa 120 Jahren in Bayreuth spielt, sind handgeschriebene Bläserstimmen und Streicherstimmen nach dem Erstdruck. Die originalen Stimmen der Uraufführung sind im Archiv der Bayreuther Festspiele und werden für weitere Aufführungen 2017 von Hartmut Haenchen ausgewertet. Die Druckfehler
23. Juni 2016

Anton Bruckner

Vorbereitende Gedanken zu einem Bruckner-Zyklus

Der Textentwurf mit allen Fußnoten und Quellenangaben ist am Ende des Textes als pdf abzurufen. „Kraftvolle Musik“ „Weil die gegenwärtige Weltlage geistig gesehen Schwäche ist, flüchte ich zur Stärke und schreibe kraftvolle Musik“ Im Gegensatz zu seinem „hocherhabenen“, „heißgeliebten Meister“ Richard Wagner, der seine Werke in immer feineren Übergängen vorantrieb, herrscht bei Bruckner das kraftvolle Neben- und Gegeneinander. Eine Montagetechnik, die beliebig viele Anläufe für einen Höhepunkt möglich macht. Erst im Spätwerk ab der 8. Sinfonie gibt es mehr durchkomponierte Übergänge. Bis dahin ist die Pause der Moment, in denen sich die Musik unhörbar weiterentwickelt. (Wagner hat diese Idee in umgekehrter Entwicklung seines
24. Januar 2014

Strauss, Richard: Kein „gestaltloser Brei“

Zur Aufführung von Daphne in Toulouse, Théâtre du Capitol 2014 mit den späteren Korrekturen von Richard Strauss in Dresden und Wien

Der vollständige Text ist teil des 2. Bandes "Werktreue und Interpretation", Pfau-Verlag, Saarbrücken, 2013, Seite 126 - 134. Eine pdf mit Quellenangaben und Abbildungen ist unten am Text zu finden. Tempo „Und bringen Sie den braven, aber etwas langsamen Heger auf Krauss‘sche Tempi!“ Richard Strauss hat glücklicherweise sehr viele Aufnahmen seiner Werke selbst dirigiert. Diese zeigen uns, wie klassisch, strukturiert und mit flüssigen Tempi er sich die Aufführung seiner Werke vorstellte. Der obige Ausspruch verdeutlicht ebenso wie seine Bemerkung über die immer langsamer werdenden Tempi in Bayreuth, dass er sich der
23. Januar 2014

Wagner, Richard: „Ja der Lohengrin, den hat Wagner schon vor langer Zeit geschrieben, damals war er noch nicht so entartet.“

Programmheft Beitrag für die Aufführungen in Madrid 2014

pdf mit allen Quellenangaben und Fußnoten unter dem Text Entstehung und Stil Wagner wurde vorgeworfen, dass er mit Lohengrin eher wieder zurück zur „Romantischen Oper“ gekehrt war, die er mit Rienzi eigentlich überwunden glaubte. Im Zusammenhang mit der Arbeit am Tannhäuser stieß Wagner auch auf die Lohengrin-Erzählung. Und nach der 1845 schnell entworfenen Dichtung, die auch von Robert Schumann für gut befunden wurde, begann er während eines Kuraufenthaltes leidenschaftlich mit der Ausarbeitung von Lohengrin und schrieb die musikalische Skizze in nur sechs Wochen, obwohl der Stoff vorher zunächst auf ihn einen
12. Juni 2012

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen

Das Pausenloch vor dem Liebeserlösungsmotiv

Alle Rechte vorbehalten Das Pausenloch vor dem Liebeserlösungsmotiv In der Bayreuther Aufführungs-Tradition lässt sich unter der Leitung von Cosima Wagner seit 1927 nachweisen, dass eine Pause, wie oben ausgeführt, vor dem letzten Liebeserlösungsmotiv in Götterdämmerung entgegen allen originalen Wagner-Quellen eingeführt wurde, um das Motiv von Beginn an hörbar zu machen, was der ganzen inhaltlichen Idee von Wagner diametral gegenübersteht, denn dort entsteht die Neue Welt unhörbar bereits im Versinken der Alten. Anders ausgedrückt: Beim Fortissimo des Weltunterganges schreibt Wagner gleichzeitig (sic) das piano des Liebeserlösungsmotivs. Aus dem Particell Wagners geht eindeutig hervor, dass es
31. Mai 2012

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Erklärungen zum Stammbaum

Abstammung der handelnden Personen, Grafik in PDF

Erläuterungen zum Stammbaum Nibelungen: Wörtlich: Söhne der Nebel („Schwarzalben" siehe Worterklärungen im entsprechenden Artikel) Alberich, hässlicher Zwerg (aus „Nacht und Tod" geboren) Bruder von Mime Mime, Bruder von Alberich Hagen, Sohn von Alberich, gezeugt in erkaufter Sexualität mit der Menschenfrau Grimhild, insofern Halbbruder der Gibichungen Gunther und Gutrune Götter: Wotan, Opfergott, aus „Licht" geboren (Lichtalbe, siehe Worterklärungen): Er nahm den Namen Wälse in seinem Erdenleben an. Er ist der Stammvater der Wälsungen. Wagner gibt ihm als in Menschengestalt auf Erden Umherschweifender den Namen Wolfe, Vater Siegmunds und Sieglindes, Ehemann von
31. Mai 2012

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Überlebende und Tote

Über das Schicksal der handelnden Personen

Überlebende und Tote Götter Wotan Fricka Freia alle sterben in der letzten Feuersbrunst Froh Donner Erda mögliche Überlebende Loge (Halbgott) überlebt Nornenmögliche Überlebende Walküren Brünnhilde stirbt in der letzten Feuersbrunst, ebenso Gerhilde, Ortlinde, Waltraute, Schwertleite, Helmwige, Siegrune, Grimgerde und Rossweisse. Wälsungen Siegmund von Hunding getötet Sieglinde stirbt im Kindbett Siegfried von Hagen getötet Rheintöchter Woglinde Wellgunde überleben alle Floßhilde Riesen Fasolt von Fafner getötet Fafner von Siegfried getötet Nibelungen Alberich möglicher Überlebender Mime von Siegfried getötet Hagen von Woglinde und Wellgunde ertränkt (Halb Nibelung halb
30. Mai 2012

Wagner, Richard: Parsifal ‘Here time becomes space.’

Hartmut Haenchen discusses the historical tradition of conducting Parsifal

The words of Gurnemanz quoted in the title underline Parsifal’s unusual quality and dramaturgical structure: neither opera, drama, nor oratorio. A modern, dialectical, binary structure: part action, part reflection. The traditional concept of ‘action’ is suspended. Action and reflection are interwoven. Already for the Prelude to Act I, Wagner invents an exemplary, wholly new form for the entire piece – no longer, as in his earlier works, a musical synopsis but a way to develop thought during the musical silences. Tellingly, the Prelude begins with a pause, contains six instances of total musical silence and altogether six general pauses, thus setting out the
02. Dezember 2010

Wagner, Richard: Parsifal - Zum Raum wird hier die Zeit

Programmheft-Text für die Neuproduktion von "Parsifal" an der Opéra National de Paris (Bastille) und erweitert für die Neuproduktion in Brüssel 2011 und Kopenhagen 2012

Französische Übersetzung als Text und pdf unten Alle Rechte vorbehalten „Zum Raum wird hier die Zeit“ Programmheftbeitrag für die Aufführungen in Amsterdam 1990 und 1993, in Neufassung Paris 2008, Brüssel 2011, Kopenhagen 2012 Dieser Ausspruch von Gurnemanz umschreibt die Besonderheit des Parsifal, der in seiner dramaturgischen Großform ein Sonderfall ist. Keine Oper. Kein Drama. Kein Oratorium. Eine moderne, dialektische, binäre Struktur aus Handlung und Reflexion. Der traditionelle Begriff von „Handlung“ wird aufgehoben. Handlung und Reflexion werden
02. Dezember 2009

Wagner, Richard: Der Fliegende Holländer „Lebensübernächtig“

Richard Wagners Der Fliegende Holländer

„Lebensübernächtig“ Richard Wagners Der Fliegende Holländer, zur Aufführung an De Nederlandse Opera, Amsterdam 2010 und La Scala, Mailand 2013 So sehr im Fliegenden Holländer die traditionellen Formen der Oper, die Wagner von Beethoven, Weber, Marschner und anderen kannte, noch eine Rolle spielen und die Oper noch weitgehend in abgeschlossene Nummern eingeteilt ist, die von Formen wie Arie, Ballade, Rezitativ, Duett, Chor usw. geprägt werden, so deutlich kündigt sich bei dem Werk, welches ja noch vor der Uraufführung des Rienzi konzipiert wurde, schon der spätere Stil Wagners an. Er selbst bezeichnete diese „Romantische Oper“ als ganz „anderes Genre“. Er war sich bewusst, dass
23. Dezember 2006

Wagner, Richard: Tannhäuser, "Ich bin der Welt noch einen Tannhäuser schuldig"

Zur Frage der Arbeitsstadien Wagners und zur Wiedererstaufführung der Wiener Fassung

PDF des veränderten Programmheft-Textes am Ende Alle Rechte vorbehalten „Ich bin der Welt noch einen Tannhäuser schuldig“ Zur Wiedererstaufführung der Wiener Fassung von 1875 in Amsterdam 2010 und Toulouse 2012, London 2016 Bei der Entscheidung, welche der zahlreichen Fassungen für eine Aufführung in Frage kommen, ist in erster Linie natürlich den wirklichen Intentionen des Komponisten nachzuspüren. Und schnell kommt man beim Studium der verschiedenen Fassungen zu der Einsicht, dass Wagners umfangreiche Änderungen vielfach nicht aus künstlerischen Erwägungen, sondern aus ganz einfachen theaterpraktischen Erfahrungen heraus
12. November 2006

Wagner, Richard: Das Rheingold

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

„Stimmung ist gar nichts. Die Hauptsache ist und bleibt Kenntnis.“ Für einen Dirigenten ist eine genaue Partitur das Arbeitsmittel, aus dem seine Interpretationsvorstellungen entstehen. Für die Amsterdamer Produktion haben wir auf Quellen zurückgreifen können, die bisher in die Interpretation des Ringes nicht oder nicht mehr eingeflossen sind. Sie waren zwar zugänglich, wurden jedoch nie - auch nicht in Bayreuth - alle zusammengetragen. Es ist selbstverständlich, dass wir für unsere Aufführungen die neuesten Erkenntnisse, die die Wagner-Gesamtausgabe herausgegeben hatte oder herausgeben wird, benutzt haben. Die Bibliothek der Niederländischen Oper hat, neben meinen persönlichen Interpretationsanweisungen und der durch
12. November 2006

Wagner, Richard: Die Walküre

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

Donner und Wind „Donnermaschine auf dem Theater“ so steht es für 19 Takte im 3. Akt der Walküre auf einem Notensystem in Wagners Originalpartitur. Aus dieser Notation ergibt sich die Frage, was Wagner wohl für eine Maschine gemeint hat. Schon als alte Tradition ist in den Theatern dafür ein großes Donnerblech, manchmal mit einer großen Trommel kombiniert, üblich. Andere Dirigenten suchen elektronische Lösungen. Auf der Suche nach Wagners Klangideen ist es Frau Dr. Christa Jost, der Herausgeberin der „Walküre“- Bände der Neuen Wagner-Gesamtausgabe gelungen, das originale Instrument in nicht mehr funktionsfähigem Zustand in einer Scheune des Fundus der Bayreuther Festspiele in der Nähe von Bayreuth zu orten. Damit wäre die
12. November 2006

Wagner, Richard: Siegfried

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

Richard Wagner: „Deutlichkeit gibt das Tempo an“ Tempi, Balance, Klangcharakteristik und Klangeffekte bei Wagner Tempo Es gibt erstaunliche Unterschiede bei Siegfried in der Spieldauer in Bayreuther Aufführungen von 49 Minuten. Mit wenigen Ausnahmen wurde das Tempo immer langsamer. Natürlich ist Tempo von vielerlei Faktoren abhängig. Wenn wir davon ausgehen, dass heute bestimmte spieltechnische Probleme leichter zu bewältigen sind als zu Wagners Zeit, ist der Unterschied zu Wagners Tempo-Ideen bei den heute üblichen langsameren Aufführungen als noch größer anzunehmen. Richard Strauss hat einmal gesagt: "Nicht ich bin im Parsifal schneller, sondern ihr in Bayreuth seid immer langsamer geworden. Glaubt mir, es ist wirklich
12. November 2006

Wagner, Richard: Götterdämmerung

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

Die Rheintöchter, die den Ring nicht zurück haben wollen Wenn die Rheintöchter am Anfang des dritten Aktes von Götterdämmerung bitten, "Frau Sonne, sende uns den Helden, der das Gold uns wiedergebe!" wird ihre Bitte erhört und Siegfried kommt mit dem Ring, den er zuvor von Brünnhilde geraubt hat. Sie war sich der Wirkung und des Fluches des Ringes ebenso wenig bewusst wie Siegfried selbst. Für Brünnhilde war es: "Siegfrieds Liebe! [...] Sie wahrt mir der Reif. [...] Von meinem Ringe raune ihnen zu: Die Liebe ließe ich nie, mir nähmen nie sie die Liebe." Sie singt dies mit den Tönen des Fluchmotivs von Alberich, die Bedeutung des Fluchs nicht kennend, der somit für sie ohne Wirkung bleibt. So ist es verständlich, dass
05. Juni 2006

Wagner, Richard: Die Walküre, „Vor jedem ‚Gesinge’ hüten!“ Wagners Probenbemerkungen bei der Arbeit mit den Sängern

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

Im Gegensatz zu vielen genauen Bezeichnungen im Orchester in Fragen der Dynamik, Artikulation und Phrasierung haben die Gesangsstimmen bei Wagners Opern nur wenige Anweisungen. Diese beziehen sich auf einige wenige piano – Hinweise. Niemals auf forte oder andere dynamische Bezeichnungen. Artikulationen sind ebenfalls äußerst selten, wie beispielsweise die Akzente bei Brünnhilde in der 2. Szene des 3. Aktes von „Die Walküre“ bei den Worten „was du nicht sahst“. Einige legato- Bögen zeigen die Stellen an, die sich von dem sonst von Wagner immer wieder geforderten dialogischen Singen durch ein „cantabile“ abheben sollen. Und schließlich
01. Juni 2006

Wagner, Richard: Siegfried, Deutlichkeit gibt das Tempo an. Tempi, Balance, Klangcharakteristik und Klangeffekte bei Wagner

Booklet-Beitrag zur SACD-Ausgabe

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten können Sie am Ende des Textes downloaden. Tempo Es gibt erstaunliche Unterschiede bei Siegfried in der Spieldauer in Bayreuther Aufführungen von 49 Minuten. Mit wenigen Ausnahmen wurde das Tempo immer langsamer. Natürlich ist Tempo von vielerlei Faktoren abhängig. Wenn wir davon ausgehen, dass heute bestimmte spieltechnische Probleme leichter zu bewältigen sind als zu Wagners Zeit, ist der Unterschied zu Wagners Tempo-Ideen bei den heute üblichen langsameren Aufführungen als noch größer anzunehmen. Richard Strauss hat einmal gesagt: "Nicht ich bin im Parsifal schneller, sondern ihr
13. September 2005

Mahler, Gustav: Spielanweisungen für Streicher

Antworten auf Fragen eines Orchestermusikers

Eine PDF mit allen Fußnoten ist am Ende des Textes zum download bereit. Alle Rechte vorbehalten Gustav Mahler: Spielanweisungen für Streicher Fragen eines Orchestermusikers zur Ausführung von Gustav Malers col legno, 2004 Orchestermusiker: .....also, es gibt zu Beginn des 3. Satzes der 1. Sinfonie eine Stelle für Bratschen und Celli, die mit col legno bezeichnet ist. HH: Ich nehme an, dass Sie Takt 45 meinen, wo alle Streicher col legno haben Orchestermusiker: Es wird jedes Mal wieder neu diskutiert, ob das nun batutto oder tratto gemeint ist. In den meisten Partituren steht eben einfach nur dieses legno. In den Stimmen jedoch gibt es ein gedrucktes „mit dem Holze gestrichen", ich weiß
16. April 2004

Mahler, Gustav: 6. Sinfonie - Zur Frage der Reihenfolge der Mittelsätze

Gibt es eine wirklich endgültige Reihenfolge der Mittelsätze in der 6. Sinfonie

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6 Fragen zur Reihenfolge der Sätze, Antwort auf eine Zeitungsnotiz, 2004. Beitrag zur DVD ICAD 5018, Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6, La Monnaie Symphony Orchestra, 2010 Die Problematik der Satzreihenfolge in den Sinfonien von Gustav Mahler (nicht nur in der 6. Sinfonie) ist jedem einigermaßen gewissenhaften Interpreten selbstverständlich bekannt. Bereits 1968 hat der Herausgeber des Nachdruckes der Studienpartitur Hans Ferdinand Redlich dem Herausgeber der Mahler-Gesamtausgabe von
02. November 2002

Weber, Carl Maria von: Abu Hassan

Manunskript zum frei gehaltenen Einführungsvortrag (Direktübertragung des BR) mit Musikbeispielen mit Solisten und Orchester

Text: Franz Karl Hiemer (nach1001 Nacht) UA 4. Juni 1811, München Hoftheater Es war kein Zufall, daß Weber während seiner Privatsekretärstätigkeit für den korrupten und hoch verschuldeten württembergischen Herzog Ludwig mit dem Stuttgarter Theaterdichter Hiemer die Bearbeitung dieser Schuldengeschichte plante. Nr. 3 Takt 1-4 Kurz vor dem schmählichen Ende jenes Anstellungsverhältnisses, am 25. Februar 1810, besuchte der Stuttgarter Theaterdichter Hiemer (der ihm schon das Libretto für die gerade vollendete Oper „Silvana“ geschrieben hatte, Weber im Schuldarrest – in den ihn sein Breslauer Brotherr und sein Vater, für den er
01. September 2002

Mahler, Gustav: Sämtliche Orchesterwerke, Fiktive Briefe

14 Bände zu den Hauptwerken Mahlers, siehe Bibliografie

01. Juli 2002

Mahler, Gustav: 8. Sinfonie

Hinweise zur Interpretation und Aufführungspraxis

Werke der Größenordnung von Gustav Mahlers Achter Sinfonie bedürfen nicht nur – wie andere Werke auch – einer gründlichen persönlichen Vorbereitung des Dirigenten. Aufstellungsfragen eines so großen Klangapparates sind auch schon immer interpretatorische Entscheidungen die im Zusammenhang mit den Möglichkeiten des Aufführungsortes zu betrachten sind. Sie werden also für jeden Ort andere Entscheidungen erfordern. Mahler selbst macht uns deutlich, wie wichtig ihm diese Dinge sind . Da unter heutigen Umständen eine Vorbereitung, die über Monate verteilt war, nicht mehr möglich ist, ist es auch notwendig, alle Interpreten vor der ersten gemeinsamen Probe mit einigen technischen und musikalischen Wünschen des
07. September 2000

Strauss, Richard: Capriccio

Manuskript zum Vortrag

Maarten ´t Hart: ...Capriccio is een van de allermooiste opera´s uit de twintigste eeuw. Alleen al het strijksextet waarmee het begint, verdient om in één adem genoemd te worden met de beste werken van andere groten uit deze eeuw, met Apollon musagète van Strawinsky bijvoorbeeld. Na het sextet volgt zo´n schitterende partituur dat ik dit werk koester als een geheime schat. Buitengewoon mooi vind ik het instrumentale stukje met de hoornsolo in de laatste scène, Strauss´eigen bewerking van een al even prachtig stukje pianomuziek, de inleiding bij het achtste lied uit de cyclus Krämerspiegel. En hoe zeldzaam aangrijpend is ook het slot, bijna zo aangrijpend als het mooiste slot dat Strauss schreef, het slot van de opera Der
09. September 1999

Wagner, Richard: Die Meistersinger von Nürnberg

Stichworte zum frei gehaltenen Vortrag mit Musikbeispielen

Stichwort-Manuskript zum Einführungsvortrag Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg Von Hartmut Haenchen Entstehung Am 7.11. 1861(nach der Revolution 1848 lebte Wagner 1849-59 in Verbannung in Zürich) traf W. in Venedig mit Mathilde und Otto Wesendonck zusammen. Gemeinsame Besichtigungen: Im Anblick von Tizians Bild Mariens Himmelfahrt“ beschloß Wagner die Ausführung der Meistersinger und bat Mathilde um seinen früheren Prosaentwurf aus dem Jahre 1845 (unmittelbar nach „Tannhäuser“ (siehe auch die Bezüge), den er ihr überlassen hatte. Bereits auf der Rückreise nach Wien „klang mir´s nach, wie eine Ouverture zu den Meistersingern (W. An Mathilde Wesendonck) In Wien
01. September 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen "Von der Unvereinbarkeit von Macht und Liebe"

Buch zu Richard Wagners Der Ring des Nibelungen

aus Anlass der Aufführungen in Amsterdam 1999. Ein pdf ist hier ohne Fotos zum dowload. Eine spätere zweite Edition aus dem Jahre 2005 ist über www.dno.nl käuflich zu erwerben. Das Buch beinhaltet auch 4 gesprochene Einleitungstexte von Hartmut Haenchen
20. März 1999

Wagner, Richard und das Tempo in seiner Musik oder „Wenn Ihr nicht alle so langweilige Kerle wärt“

Niederländische Übersetzung im Programmheft "Götterdämmerung"

Richard Wagner und das Tempo in seiner Musik oder „Wenn Ihr nicht alle so langweilige Kerle wärt“ Im Zeitalter der Medien geht es im Allgemeinen nicht mehr um die Darstellung des jeweiligen Werkes sondern um die Selbstdarstellung der Dirigenten und Regisseure. Da von der Mehrzahl der Medien bei der Vielzahl der Ereignisse nur noch die Extreme beachtet werden, - es muss extrem jung oder alt, extrem schnell oder langsam, extrem leise oder laut sein, extrem schön oder hässlich - richtet sich eine überwältigende Zahl der Interpreten an diese Anforderung der Zeit, um auf diese Weise von diesen Medien beachtet zu werden. Diese
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Die Rheintöchter, die den Ring nicht zurück haben wollen

Wenn die Rheintöchter am Anfang des dritten Aktes von Götterdämmerung bitten, "Frau Sonne, sende uns den Helden, der das Gold uns wiedergebe!" wird ihre Bitte erhört und Siegfried kommt mit dem Ring, den er zuvor von Brünnhilde geraubt hat. Sie war sich der Wirkung und des Fluches des Ringes ebensowenig bewußt, wie Siegfried. Für Brünnhilde war es: "Siegfrieds Liebe!.- Sie wahrt mir der Reif.-" "Von meinem Ringe raune ihnen zu: die Liebe ließe ich nie, mir nähmen nie sie die Liebe" (sie singt dies mit den Tönen des Fluchmotivs von Alberich, seine Bedeutung nicht wissend und den Fluch damit für sich selbst außer Kraft setzend). So ist es auch verständlich, daß sie ihn nicht auf das
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Wotan und seine Vögel

PDF am Ende des Textes Alle Rechte vorbehalten Wotan und seine Vögel In allen Mythologien spielen Vögel eine große Rolle. Dabei werden die verschiedensten Vogelarten als Gleichnis für unterschiedlichste Funktionen beziehungsweise deren Bild gebraucht. Jedem Kenner des Ring ist natürlich die Rolle des „Waldvogel" ein Begriff. Eine Rolle die Wagner ursprünglich einer Knabenstimme zugewiesen hat, auch wenn die Aufführungspraxis seit Wagners Zeit fast ausnahmslos aus Gründen der außerordentlichen sängerischen und musikalischen Schwierigkeiten dazu geführt hat, die Rolle von Frauenstimmen singen zu lassen. Es steht aber außer Zweifel, dass Wagner, nicht nur auf Grund seiner autographen Anweisung, ein Experiment machen
20. März 1999

Wagner, Richard: Das Rheingold

Bemerkungen und Dokumente

PDF am Ende des Textes Alle Rechte vorbehalten Bemerkungen und Dokumente zu Das Rheingold Ursprünglich sollte dieses Vorspiel Der Raub heißen. Es sollte die Geschichte des Verbrechens zeigen, mit dem sich die Machthaber der Welt bemächtigt haben. Das Rheingold, einst ein beglückender Schatz der Natur, wurde zum Instrument des Verbrechens, als es sich in Geld verwandelte. Aber es trägt den Fluch, den der Schwarzalbe Alberich gegen den Lichtalben Wotan schleudert, in sich selbst: „Mit Gold gekirrt, nach Gold nur sollt ihr noch gieren". Von Erda lernt Wotan, dass Sorge und Furcht die Gesellen der Besitzenden sind. Als das Rheingold komponiert wurde, 1853-1854, war die ursprüngliche Konzeption noch so gut wie intakt: dafür zeugt
20. März 1999

Wagner, Richard: Die Walküre

Bemerkungen und Dokumente

PDF mit Fußnoten am Ende des Textes Alle Rechte vorbehalten Bemerkungen und Dokumente zu Die Walküre Der Name „Walküre" leitet sich ab vom althochdeutschen „falo" und mittelhochdeutsche „val“ ab. Das Wort war mehrdeutig und bedeutet sowohl die „fahle“ Farbe der Leichen und die Leblosigkeit der Helden des Schlachtfelds, als auch die blonden Haare der Helden. Das Wort gibt es heute noch im Niederländischen als „vaal“. Der andere Teil des namens "Walküre" stammt von Altdeutschen „kiosa" = „wählen“, welches ebenso im Altniederländischen existiert. „Walküre“ bedeutet also diejenige, die auf dem Schlachtfeld auswählt. Von diesen Begriffen sind die Worte Walküre, Walhall, Wala, Walstatt und Walvater Wotan abgeleitet. Die Walküren waren
20. März 1999

Wagner, Richard: Siegfried

Bemerkungen und Dokumente

PDF am Ende des Textes Alle Rechte vorbehalten Bemerkungen und Dokumente zu Siegfried Wenn man den Ring als dramatische Sinfonie in vier Sätzen betrachtet, dann hat Siegfried die Stellung des Scherzo - allerdings eines monumentalen. (Richard Wagner: „Denn was ich niederschreibe, ist eben alles Superlativ.") Ein sehr zwielichtiges Scherzo zugleich. Trotz der Idylle wird Wotans Speer der Macht und damit seine korrumpierte Weltherrschaft zerschlagen. Der Weg für den „neuen Menschen" ist frei. Dass auch er zu Schuldverstrickung und Untergang führen wird, verrät die Siegfried-Partitur noch nicht. Das ist auch der Unterschied der Siegfried-Figur Wagners zum volkstümlichen Helden der Sage und der Unterschied zum Sigurd der nordischen
20. März 1999

Wagner, Richard: Götterdämmerung

Bemerkungen und Dokumente

PDF am Ende des Textes Alle Rechte vorbehalten Bemerkungen und Dokumente zu Götterdämmerung Als Wagner mit der Konzeption der Tetralogie nachträglich auch die Vorgeschichte von Siegfrieds Tod, der Urfassung der Götterdämmerung, dramatisiert, ergibt sich ihm die Notwendigkeit, dieses zuerst verfasste Schlussstück dem inzwischen verwandelten Sinngehalt des Ganzen anzugleichen. Das entscheidende Ereignis der Wandlung ist die Veränderung des Wotan-Schicksals ins Tragische: während die Große Heldenoper von 1848 mit der Neubefestigung seiner Herrschaft schließt, endet der Ring des Nibelungen 1852 mit seinem freiwilligen Untergang. Das früheste Zeugnis dieser Wendung zur Tragik ist eine 1849 anzusetzende Randbemerkung im Manuskript
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, "Mein Ideal ward mit den Aufführungen nicht erreicht"

Richard Wagner und ihm Nahestehende über die Bayreuther Gesamt-Uraufführung des Ring des Nibelungen 1876

Die folgenden Auszüge dokumentieren die Unzufriedenheit Richard Wagners mit dem künstlerischen Ergebnis der ersten Festspiele. Richard Fricke, Tagebuch, 13.8.1879: "Abends erste Vorstellung von "Rheingold". Von den Verwandlungen mißglückte vieles und ich kann wohl sagen, auf keiner Probe sind diese Fehler vorgekommen. Zum Schluß wurde Wagner eine halbe Stunde lang gerufen - kam aber nicht. Er saß außer sich in seinem Zimmer, schimpfte auf alle Darsteller, außer auf Hill und mich, welche bei ihm waren, er war nicht zu beruhigen." Richard Fricke, Tagebuch, Ende August 1876: "Er
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Zeittafel der Entstehung

Daten und Dokumente zur Entstehung des Ringes

Alle Rechte vorbehalten Daten und Dokumente zur Entstehung des Ringes Der Ring hat keine wirklichen Vorgänger. Es ist ein Werk in einsamer Einzigartigkeit, der die technischen Möglichkeiten und musikalischen Möglichkeiten Wagners Zeit nicht entsprachen. Das Problem ist der unwirkliche Inhalt, dessen Art der Sichtbarmachung in Kollision mit der derben Realistik des zeitbedingten Aufführungsstils kommen musste. Dass Wagner deshalb trotz aller Mühen unglücklich über die ersten Aufführungen war, ist ab Seite.... im Artikel „Mein Ideal ward mit den Aufführungen nicht erreicht" dokumentiert. Er beklagte sich auch an anderer Stelle: „Alle Welt ist eben nur praktisch; bei
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Dokumente

Dokumente zum Ring allgemein

Dokumente zum Ring allgemein Die Idee des Rings wurde auf den Barrikaden geboren. Als 1849 der preußische Prinz, der spätere König Wilhelm I., vom sächsischen König zu Hilfe gerufen wurde, um den Aufstand in Dresden niederschlagen zu lassen, fügte sich in dem bald darauf steckbrieflich verfolgten Richard Wagner das Bild der Welt, in der er lebte, zur Vision eines ungeheuerlichen Mythos zusammen: die Götter dieser Welt mussten untergehen! Mit der Götterdämmerung sollte die dramatische Vision enden, die den Menschen zeigte, dass ihnen eine neue Welt nur geschenkt werden würde, wenn sie die alte, die ihrige, die bestehende vernichteten. Aber auch mythische und dichterische Vorstellungen der Antike
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen und andere Werke

Stichworte zum Verständnis Wagners und seiner Werke

Stichworte zum Verständnis Wagners und seiner Werke Zeitgeschichte Geboren wurde Wagner in der Zeit der Befreiungskriege. Die Völkerschlacht mit dem Zusammenbruch der Napoleonischen Herrschaft in Deutschland stand bevor. Deutschland war in der Jugendzeit Wagners nur ein geographischer Begriff. Staatsrechtlich war es viergeteilt. Vor diesem Hintergrund ist auch Wagners, später missbrauchter, Deutschland-Begriff zu verstehen. Zu seiner Zeit war Deutschland nur eine Utopie. Dem Feudalismus wurde die Grundlage entzogen und der Weg damit zur Industrialisierung frei gegeben, jedoch gelang es 1848/9 nicht, die Volkssouveränität gegen den Adel durchzusetzen. Das führte 1866 dazu,
20. März 1999

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen, Wörterbuch

Worterklärungen

PDF am Ende des Textes zum download Alle Rechte vorbehalten Worterklärungen Es wird immer davon ausgegangen, dass Wagner eine Vielzahl von Worten erfunden hat. Tatsächlich sind die Wenigsten wirklich freie Erfindungen. Die Mehrzahl findet sich in dem von ihm sehr zerlesenen Wörterbuch von Jacob Grimm. Deutlich wird auch, dass eine größere Zahl der Worte aus dem gleichen germanischen Ursprung heute noch in der niederländischen Sprache mit ähnlicher Bedeutung im Sprachgebrauch sind, auch wenn sie im Deutschen nicht mehr existent sind. aber: abermals abtrotzen: durch Trotz erzwingen abwendig: verräterisch, abtrünnig Alb, Albe: ein Gnom und koboldartiges Wesen aus einem gespenstischen Zwischenreich, Naturdämon, Gattung
20. März 1999

Wagner, Richard: Götterdämmerung, Druckfehler-Liste Neue Wagner Gesamtausgabe

Für einen Dirigenten ist eine genaue Partitur das Arbeitsmittel aus dem seine Interpretationsvorstellungen entstehen. Wie an anderer Stelle schon dargelegt, haben wir für die Amsterdamer Produktion auf Quellen zurückgreifen können, die bisher in die Interpretation des Ringes nicht eingeflossen sind, da sie zwar zugänglich waren, jedoch nie - auch nicht in Bayreuth - alle zusammengetragen wurden. Es ist selbstverständlich, daß wir für unsere Aufführungen die neuesten Ausgaben, die die Wagner-Gesamtausgabe herausgegeben hatte (Rheingold und Götterdämmerung) benutzt haben und die Bibliothek der Niederländischen Oper hat, neben meinen persönlichen Interpretationsanweisungen und der durch mich vorgenommenen
28. November 1998

Strauss, Richard: Eine Alpensinfonie

Stichworte

Richard Strauss (1864-1949) „Eine Alpensinfonie“ 1915 zusammengetragen von Hartmut Haenchen (in: Kurt Wilhelm, S. 22) "Bergpartie des Vierzehnjährigen, von Murrau aus, auf den Heimgarten. Aufbruch 2 Uhr nachts, im Leiterwagen, fünf Stunden Aufstieg. Verirren. Drei Stunden über Stock und Stein abwärts kraxeln. Dazu Gewitter und Sturm. Nach zwölf Stunden Marsch durchnäßt und hungrig Nachtlager in einem Bauernhaus. Für Richard keine Strapaze, sondern: "Interessant und originell. Am nächsten Tag hab ich die Partie auf dem Klavier dargestellt. Natürlich riesige Tonmalerei und Schmarrn, nach Wagner." 34 Jahre später, in der Alpensinfonie, komponierte er das nämlich mit philosophischem Hintertsinn." (in: Kurt Wilhelm, S. 46) ... Fünfundzwanzig
20. Juli 1996

Strauss, Richard: Elektra

Manuskript zum Einführungs-Vortrag an der Semperoper 1986 und 1996 in Amsterdam: Leitmotivanalyse, Tonartenanalyse, Vergleich mit dem Schauspiel von Hofmannsthal und Sophokles, Hintergründe. (Zahlen in Klammer beziehen sich auf die Nummern der Leitmotive in handgeschriebener Skizze in der pdf-Fassung am Ende des Textes.)

Haß - nicht Vergeben (Vergeben wäre echtes Heldentum) (Haßmotiv, 13) Großer Haß ist nur möglich, wenn vorher große Liebe war. (Motiv der Kindesliebe, 38) Entstehung Strauss war auf der Suche nach einem Stoff für eine komische Oper und stieß 1902 auf einen absolut entgegengesetzten Stoff: Salome von Oscar Wilde, 1905 sah er mit der gleichen Hauptdarstellerin (Gertrud Eysoldt) das Schauspiel Elektra in der Regie von Max Reinhardt in Berlin.
28. Januar 1996

Strauss, Richard: Die Frau ohne Schatten

Manuskript zum Vortrag von Hartmut Haenchen, 1996

Die Entfernung von der Wirklichkeit durch das Märchen bringt die größte Nähe (HH) Den ersten Einfall...... (Strauss-Buch S. 191) Strauss: "FroSch, das Schmerzenskind, wurde in Kummer und Sorgen während des Krieges vollendet, nachdem durch die menschliche Güte eines bayrischen Majors Distler eine vorzeitige Einstellung meines Sohnes, dessen Herz mit seinem großen Wachstum nicht Schritt gehalten hatte, verhindert worden war.... Diese Kriegssorgen haben wohl auch der Partitur, besonders gegen die Mitte des 3.Aktes eine gewisse nervöse Überreiztheit eingetragen, die sich schließlich im Melodram 2entspannte". ...um von diesem ersten großen Erfolg ab einen längeren Leidensweg über die deutschen
14. Januar 1995

Brahms, Johannes: Authentischer Brahms?

Die Meininger Quellen lassen ein ganz neues Licht auf die Brahms-Tradition scheinen. Notizen zum Booklet der (nur teilweise erschienenen) Brahms-Ausgaben auf CD

Eine vollständige PDF-Datei mit alles Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Authentischer Brahms? Booklet-Text zur Gesamteinspielung der Sinfonien von Johannes Brahms, 1996 (durch Auflösung des Labels nicht erschienen) „... Was die Meininger voraushaben vor den meisten deutschen Kapellen, das ist ihre Methode zu studieren und der Fleiß, der ihnen zum Gesetz gemacht ist.“ Etwa ab 1880 gehörte die Meininger Hofkapelle zu den führenden Orchestern Deutschlands. Brahms wusste das und ließ seine Werke bei dem Orchester, dem der mit ihm
06. September 1994

Weber, Carl Maria von: Preziosa

Tempovorschläge, für die Aufführung mit der Staatskapelle Berlin, 1994 unter Leitung von Hartmut Haenchen

Tempi C.M.v.Weber: Preciosa Ouverture Allegro moderato: Viertel ca. 84 Moderato: Achtel 137 Allegro con fuoco: Viertel 130 1.Akt 1.Marsch und Chor Moderato: Achtel 137 Allegro moderato: Viertel ca. 84 2.Melodram Allegretto: punktierte Viertel 106 Takt 24 Ganze Takte Allegro(T.31): Halbe 88 Poco piu lento (T.55): Viertel 108 Allegro (T.68): Viertel 116 Moderato grazioso: Viertel 98 3.Ballo Presto: Ganze 94 4.Melodram Vivace assai: Viertel 130 Allegro: Halbe 88 Takt 30 fehlt Bezeichnung:Vivace assai: Viertel 130 2.Akt 5.Chor der Zigeuner Moderato: Viertel 112 6. Lied Larghetto: Achtel: 104 7.Zigeunermusik Vivace: Viertel 152 8.Chor der Zigeuner
11. Dezember 1992

Puccini, Giacomo: La Bohème

Interview Chris Engeler/Hartmut Haenchens deutsche Stichworte für ein niederländisches Interview, 11 Dezember 1992

Thomas Mann: "Vor dem Sinnlichen soll man sich am Ende weder fürchten noch schämen." 1. C.E.: Die Figuren von La Bohème werden von Puccini in einer Weise musikalisch dargestellt (“definiert"), die die Gefühlsregungen dieser Personagen hervorhebt, und weniger ihre "tatsächliche" Existenz als Rodolfo, Mimi, usw. Die Musik "beschäftigt" sich also zum größeren Teil mit den Emotionen und Gefühlen der Rodolfo, Mimi, usw. und weniger mit der "alltäglichen Dasein" der Personagen innerhalb der Opergeschichte. Wenn das stimmt, wäre das als ein Merkmal musikalischer Verismo zu betrachten? Und wie ist das der Musik von La Bohème zu entnehmen. H.H.:
06. August 1974

Wagner, Richard: Parsifal

Eine unvollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Hartmut Haenchen Parsifal: »Zum Raum wird hier die Zeit« (1999) Dieser Ausspruch von Gurnemanz umschreibt die Besonderheit des Parsifal, der in seiner dramaturgischen Großform ein Sonderfall ist. Keine Oper. Kein Drama. Kein Oratorium. Eine moderne, dialektische, binäre Struktur aus Handlung und Reflexion. Der traditionelle Begriff von »Handlung« wird aufgehoben. Handlung und Reflexion werden miteinander verwoben. Wagner erfindet bereits für das Vorspiel des ersten Aktes eine exemplarische, für das ganze Stück vollständig neuartige Form, die nicht mehr wie in seinen frühen Werken eine musikalische Inhaltsangabe ist. Es ist eine Form des Wei- terdenkens