Texte

22. März 2016

Leserbrief an die Sächsische Zeitung

im vollen Wortlaut

Leserbrief von Hartmut Haenchen an die Sächsische Zeitung, in der die ehemalige Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz sich zu kritischen Stimmen zur neuen Marketing-Strategie des Kreuzchores äußert. Kreuzchor nicht nur „in Zukunft für alle“! Frau Orosz hatte vermutlich früher keine Gelegenheit, die Aktivitäten des Kreuzchores wahrzunehmen. Der Kreuzchor ist schon seit 800 Jahren für alle da. Es hat niemals eine Regel gegeben, dass irgendeine Gruppe von Menschen, gleich welchen Glaubens oder welcher Ansicht, den Kreuzchor nicht hören darf. Der Kreuzchor ist auch spätestens seit der Amerika-Reise 1935 unter Rudolf Mauersberger permanent international tätig. Der Kreuzchor hat immer im Zwinger Serenaden für viele tausend Menschen
14. Dezember 2014

Offener Brief

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß
, Stadt Zwickau
Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, Stadt Plauen

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß
 Stadt Zwickau
 PF 20 09 33
08009 Zwickau Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer Stadt Plauen Unterer Graben 1
08523 Plauen Offener Brief Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Findeiß,
 sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Oberdorfer, sie haben ja schon einige Briefe zur Frage der geplanten Schließung der Opernsparte in zwei Städten erhalten. Was z.B. Prof. Ekkehard Klemm in seinem Brief schreibt, kann ich nur unterstreichen. Ich möchte ein paar Fragen hinzufügen. Wenn Sie diese alle mit Ja beantworten können, sollten sie die Opernsparte schließen, wenn Sie auch nur eine mit Nein beantworten, sollten Sie Lösungen suchen, nach der
25. November 2013

Gutachten zur Bewerbung in das Verzeichnis des bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO

Anerkennung der deutschen Amateurchor-Landschaft

Der geringen Anzahl an Profichören, Projektchören und semiprofesionellen Chören, die leider ständig weiter reduziert werden, steht die große Anzahl von etwa 60.000 Laienchören gegenüber. Rund 2,3 Millionen aktive Sänger opfern regelmäßig einen Teil ihrer Freizeit für das Singen – eine Massenbewegung, die man sonst eher aus dem Breitensport kennt. Sie bilden das breite Fundament der deutschen Chor­landschaft. Den mit Abstand größten Anteil daran haben die Kirchenchöre. Eine weit verzweigte, differenzierte Vereinsstruktur spiegelt die Vielfältigkeit wider. Der Deutsche Chorverband geht davon aus, dass noch etwa eine weitere Million
06. Oktober 2010

Protest gegen die Auflösungspläne des MCO Hilversum und die weiteren Kürzungen bei anderen Kultureinrichtungen

Die Regierungsvereinbarung der niederländischen Regierung sieht die Aufhebung aller Klangkörper des Rundfunks der Niederlande vor

Als ich 1986 in die Niederlande kam, gab es zwanzig Orchester im Lande. Als ich die Niederlande wegen drastischer Kürzungen in der Kultur 2003 verließ, gab es nur noch elf Orchester, nun noch 10 und jetzt sollen vier weitere Klangkörper verschwinden? Darunter der einzige große Konzertchor der Niederlande? Wenn man das liest, denkt man erst, dass das ein Druckfehler sein muss, denn diese (weiteren) Einschnitte sind ein Kahlschlag in der Kultur. Wie kann es sein, dass nach dem 2. Weltkrieg, in einer Zeit der Armut, prozentual mehr Geld für Kultur verfügbar
10. Juni 2010

Nexus Conference - What's next for the West? Beethoven meets Superman

Hartmut Haenchen nahm an der Diskussion über die (kulturelle) Zukunft Europas im Concertgebouw Amsterdam teil

Alle Rechte vorbehalten Hartmut Haenchen aus Anlass der Nexus-Konferenz Amsterdam 2010: Beethoven oder Superman? Humanistische Ideale oder zerbrechende Gesellschaften (?)! Beitrag zur internationalen Nexus-Konferenz im Concertgebouw Amsterdam, 2010 „Die Menschheit ist eine Versammlung von Musikanten auf dem Weg nach einem unsichtbaren Ziel, das vielleicht gar nicht besteht.“ (frei nach Cees Nooteboom in „Berlijn“) - Wirkung der humanistischen Kunst - Beethoven glaubte an die moralische Kraft der Kunst und die weltweite Wirkung der Grundsätze der Französischen Revolution. Er war überzeugt, dass die Regierenden die
25. Juni 2009

Dresden und das Welterbe

Hartmut Haenchens Rede auf dem Dresdner Neumarkt am 25.6.2009 um 19 Uhr aus Anlass der Aberkennung des Welterbe-Titels durch das UNESCO-Welterbekomitee in Sevilla

Liebe Dresdner! Haben die Befürworter der unverhältnismäßig teuren, technisch rückständigen und ästhetisch katastrophalen Brücke, die Befürworter der Aberkennung des Welterbetitels, nicht immer von Demokratie geredet, die den Bau dieser Brücke zwingend notwendig macht? Haben nicht die gleichen Personen dieser Landesregierung und des Regierungspräsidiums den Bürgerentscheid über den Tunnel zu verhindern? Immer unter Zustimmung der CDU? Dies obwohl die Mehrheit des Stadtrat zweimal die Zulässigkeit eines weiteren demokratischen Brgerentscheides zur Elb-Querungsfrage befürwortet hat. Demokratie so
01. Mai 2009

Hartmut Haenchen wird Schirmherr der Wiederherstellung der einmaligen kostbaren romantischen Orgel in der Dresdner Christuskirche

Die genaue Dokumentation des ursprünglichen Zustands erlaubt die originalgetreue Rekonstruktion dieser außergewöhnlichen Orgel

Die sächsische Orgellandschaft ist reich. Sie ist zwangsläufig dadurch auch reich an Problemen, die die Gemeinden, die sie beherbergen, allein nicht bewältigen können. Sicher ist es für Menschen, die wahrnehmen, dass Instrumente noch irgendwie spielbar sind, schwer und das Ausmaß von Schäden oder von abwertenden Veränderungen wahrzunehmen. Wir haben die Verpflichtung für unsere nachfolgenden Generationen die wichtigsten Kostbarkeiten wieder in den originalen Zustand zu versetzen. Die Christuskirche Strehlen ist mit seiner Jehmlich-Orgel
29. April 2009

Dresden braucht einen Konzertsaal

Hartmut Haenchen spricht zu den Dresdnern im Rundkino

Sehr geehrte Frau Staatsminister Dr. Lange, sehr geehrte, hoffentlich anwesende, Bürgermeister und Stadträte – von den Letzteren habe ich zwei gesehen-, meine sehr verehrten Damen und Herren! Spanien hat eine ganze Reihe von neuen hervorragenden Konzertsälen, Tokyo hat gerade seinen 105. Konzertsaal eröffnet und ein neues Opernhaus gebaut, Stockholm hat neben einem herrlichen Konserthus, wo sich schon Fritz Busch hingezogen fühlte, die Berwald-Halle gebaut. Kleine Städte wie Luzern mit 57.500 Einwohnern (!) haben einen großen, guten Konzertsaal gebaut (nicht den Besten, da Architekt der hervorragende Akustiker sein Konzept nicht gegen den Architekten durchsetzen konnte) und holen damit die ganze
01. Februar 2008

Offener Brief an Herrn Baudirektor Dr. h.c. Eberhard Burger

Ist eine "verschönerte" Brücke die Lösung?

Offener Brief an Herrn Baudirektor Dr. h.c. Eberhard Burger Sehr verehrter Herr Dr. Burger, als Baudirektor für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche haben Sie sich mit der Durchführung und Vollendung dieser Bauaufgabe, die in Deutschland und im Ausland als ein Symbol der Versöhnung mit großer innerer Anteilnahme verfolgt und mit bedeutenden Spenden aus aller Welt maßgeblich unterstützt wurde, hohes Ansehen erworben. Besondere Wertschätzung für dieses Lebenswerk zollt Ihnen nicht nur die Fachwelt, sondern wird Ihnen ebenso von zahllosen kulturverbundenen Menschen auf breiter gesellschaftlicher und politischer Ebene im In- und Ausland entgegengebracht. Ihre vielfachen nationalen und
11. Oktober 2007

Rettet das Weltkulturerbe Dresden

Hartmut Haenchens Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin aus Anlass der Übergabe einer Petition an den Deutschen Bundestag. (Die Rede wurde von Frau Dr. Laudel vorgetragen)

Berlin, 11. Oktober 2007 Liebe Freunde der Stadt Dresden! Dresden ist auf dem Weg, seinen Ruhm nicht mehr von seiner einmaligen Stadtlandschaft mit seinen Kunstschätzen und seiner Kultur zu beziehen, sondern von der Fehlentscheidung einer CDU-geführten Landesregierung. Dies wird Dresden zu traurigem Ruhm verhelfen. Dresden wird das zweite aberkannte Weltkulturerbe in der Welt sein. Dresden wird dafür berühmt werden, dass eine Regierung auf einem vermeintlichen Bürgerwillen beharrt, der sich zwischenzeitlich viel klarer dokumentiert hat: Die Dresdner wollen mehrheitlich eine Elbquerung,
22. Juli 2007

Überlasst die Entscheidung zum Brückenbau nicht den Fledermäusen

Nur die Tunnellösung ist eine moderne und vernünftige Lösung

Dresden, 22. Juli 2007 Liebe Dresdner, liebe Gäste! Sie kennen alle Schilda? Natürlich! Dresden ist auf dem Weg, seinen Ruhm nicht mehr von seiner einmaligen Stadtlandschaft und seinen Kunstschätzen und seiner Kultur zu beziehen, sondern von der Fehlentscheidung einer CDU-geführten Landesregierung. Dies wird Dresden zu traurigem Ruhm verhelfen. Dresden wird das zweite aberkannte Weltkulturerbe in der Welt sein. Dresden wird dafür berühmt werden, dass eine Regierung auf einem vermeintlichen Bürgerwillen beharrt, der sich zwischenzeitlich viel klarer dokumentiert hat: Die Dresdner wollen mehrheitlich eine Elbquerung, aber sie wollen eindeutig mehrheitlich nicht diese
01. Oktober 2006

Hartmut Haenchen wird von Andreas Herrmann vom Magazin SAX zur Waldschlösschen-Brücke befragt

Welterbe ja oder nein?

1.) Was trieb Sie persönlich zu Ihrem Bekenntnis zum Welterbestatus? Natürlich gehen internationale Verträge vor kommunalen Wünschen. Insofern scheint mir die ganze Diskussion ohnehin sehr provinziell. Wenn wir in Wirtschaftsfragen die Urteile der World Trade Organisation respektieren, müssen wir im Zeitalter der Globalisierung in kulturellen Fragen auch die Zuständigkeit der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur ernst nehmen. Sachsen als Kulturstaat und Dresden als weltweit bewundertes Gesamtkunstwerk aus Natur und Städtebau, müssen sogar ein besonderes Interesse daran haben, dass das Ansehen der UNESCO jetzt nicht durch Trotz und Geringschätzung beschädigt
20. Juli 2006

Hartmut Haenchen sprach vor dem Dresdner Rathaus

Welterbe ja oder nein Kultur ja oder nein

Liebe Dresdner! Ein heißer Tag, auch politisch gesehen. Was Dresden gegenüber anderen Städten heraushebt, ist die kulturelle Ausstrahlung. Kultur ist einer der wichtigsten Standortfaktoren. Unsere Stadt hat wegen des außerordentlichen Niveaus der Künste einen Namen in der Welt. Wer an Dresden denkt, denkt zuerst an die edle Symbiose von Landschaft und Stadt - nun zum UNESCO-Welterbe erhoben - und an die Kunst, Kultur und Wissenschaft in dieser Stadt. Über Jahrhunderte wurde diese Einzigartigkeit gepflegt. Millionen Menschen besuchen deshalb unsere Stadt. Dresden lebt also auch von seinem positiven Image als Kulturstadt. Auch deswegen siedeln sich Investoren in Dresden an. Wir tragen vor aller Welt
24. April 2006

Hartmut Haenchen appelliert an Halles Politiker

Ehrendirigent bangt um Staatskapelle

Ehrendirigent bangt um Staatskapelle Hartmut Haenchen appelliert an Halles Politiker erstellt 23.04.06, 18:53h, aktualisiert 23.04.06, 19:02h Hartmut Haenchen (Foto: dpa) Halle/MZ. Hartmut Haenchen, Ehrendirigent der Staatskapelle Halle und Intendant der Dresdner Musikfestspiele, hat sich in einem Brief an Politiker des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle "mit größter Sorge" über die aktuellen Entwicklungen bei der halleschen Orchesterfusion geäußert. In dem Schreiben, dass u. a. an Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) sowie an Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) adressiert ist, verweist Haenchen auf "sinnvolle Vorschläge für die Fusion beider Institute", die aus den Reihen der Musiker
22. Februar 2005

Kulturstadt Dresden ohne Kultur?

Verkehrszug Waldschlößchenbrücke schädigt die Dresdner Kultur

Pressemitteilung 22.2.05 Prof. Hartmut Haenchen, Dirigent: Verkehrszug Waldschlößchenbrücke schädigt die Dresdner Kultur Eine Erwiderung auf Dr. Hans-Joachim Brauns, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Waldschlößchenbrücke Zweifellos ist eine moderne Infrastruktur von Bedeutung, damit unsere Stadt für Investoren attraktiv ist. Wir haben auf diesem Gebiet viel erreicht. Dresden ist aus allen Himmelsrichtungen erreichbar: Flughafen, Schiffe, Eisenbahn und mehrere Autobahnen erlauben einen optimalen Zugang. Das zählt im weltweiten Wettbewerb der Städte um Investoren. Dresden konnte u.a. deshalb in der Vergangenheit große Erfolge verbuchen. Das zeigt, wie gut unsere Infrastruktur ist. Dresden hat also
29. September 2004

Lust am Fremden und Rechtsradikale?

Kommentar von Prof. H. Haenchen in den Dresdner Neuesten Nachrichten

»Lust am Fremden« beginnt beim Bekannten »Lust am Fremden« ist das Thema der Dresdner Musikfestspiele 2005. Kein Zufall in einer Stadt, deren Reichtum nicht nur kulturell auf vielerlei fremden Einflüssen beruht. Slawisch geprägt, fußt Dresdens Ruf auf Spuren aus aller Welt, die hier Früchte trugen. Kulturstadt ist das eine, ähnlich wichtig ist der Bildungs- und Wirtschaftsstandort. Welche Reputation Dresden genießt, verdeutlichen Ansiedlungen internationaler High-Tech-Industrie. Selbst die Lage im Dreiländereck sollte Chance für aufgeschlossenes Miteinander sein. Nach den Landtagswahlen scheint alles anders. Kommentatoren berichten von Braunen im Parlament, schon werden Reisen in die
03. März 2004

Am 3.3.2004 fand eine Demonstration der Initiative "Dresden wählt Kultur" statt

Prof. Hartmut Haenchen sprach auf dem Theaterplatz. Die Demonstration begann mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen am Rundkino, Prager Straße und führte die 6.000 Teilnehmer zur Kundgebung um 17.00 Uhr auf dem Theaterplatz

Hartmut Haenchen sprach zu den Demonstranten: Liebe Dresdnerinnen und Dresdner, liebe Gäste unserer Stadt, die Sie dem Ruf Dresdens als eine der europäischen Kulturmetropolen gefolgt sind. Wir stehen hier auf einem für Kunst und Kultur exemplarischen Platz. Gerade hat Sachsens Ministerpräsident voller Stolz die barocken Kunstschätze Dresdens in den USA gezeigt. Kunstschätze, die es nicht gäbe, wenn nicht Regierende vergangener Zeiten die Wirkung von Kunst und Kultur nicht nur für ihre
21. Januar 2004

Streichkonzert statt Kulturstadt?

Kommentar von Hartmut Haenchen in der Sächsischen Zeitung, 21.1.2004 und die nachfolgende DPA-Meldung

Durch massive Kürzungen sind immer mehr Kultureinrichtungen in ihrer Substanz gefährdet. Allein in Dresden sehen neue Pläne Einsparungen von acht Millionen Euro bis 2007 vor. So soll beispielsweise das Theater Junge Generation auf 2,5 Millionen Euro verzichten, die Staatsoperette auf 1,5, die Philharmonie auf eine Million und die Musikfestspiele auf 750 000 Euro. Der Etat der städtischen Bibliotheken soll um 650 000 Euro sinken. Kunst kommt von Können, das gilt nicht nur im Abendland. Und Können kann kosten, das gilt für Künstler wie für Konsumenten. Letztere zahlen den Eintritt, zumeist ein eher symbolisches Zubrot für die tatsächlichen Kosten von