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01. Oktober 2021 · London, Royal Opera House Covent Garden

Jubel über Jubel und ab 1.10. - 31.10.2021 im Stream

Nach langer Zwangspause ein mit 2.500 Besuchern ausverkauftes Haus für die Premiere von „Die Zauberflöte“. Schlussapplaus

Wolfgang Amadeus Mozart: DIE ZAUBERFLÖTE

Da gehen die Emotionen hoch: Jubel über Jubel im Royal Opera House Covent Garden London. Nach langer Zwangspause ein mit 2.500 Besuchern ausverkauftes Haus für die Premiere von „Die Zauberflöte“.
Genau 50 Jahre nach meinem ersten Zauberflöten-Dirigat an der Deutschen Staatsoper Berlin (mit u.a. Peter Schreier, Theo Adam, Siegfried Vogel und Magda Nador als Königin) und auch genau 30 Jahre nach meinem Debüt an dem Royal Opera House in London, habe ich die Freude mit 50 Jahren Erfahrung zu diesem Stück und viel wissenschaftlicher Arbeit, das Werk noch einmal dirigieren zu dürfen. (Leichter ist es nicht geworden. im Gegenteil - wie alles - wenn man mehr weiß.) In einer Produktion, die das ganze Welttheater dieser Oper einfängt. Eine Produktion, die der Fantasie des Publikums viel Raum gibt. Da es eine Reprise ist, ist nicht alles, was ich gern gemacht hätte, umsetzbar. Aber das Team hier, hat das Mögliche gemacht. Und zum Thema Reprise möchte ich doch einmal Anmerkungen machen, vor allem, weil ich gerade den „Tannhäuser“ zu den Opernfestspielen in München abgesagt habe (Es gab eine zweistündige Probe mit dem Orchester (nicht mit der gleichen Besetzung wie in der Vorstellung), Zeit für Ensembleproben gab es nicht. Alle Hauptrollensänger waren in der kurzen Probezeit in Bayreuth, Es gab einen Durchlauf am Tag vor der Vorstellung, wo natürlich niemand aussingen kann, weil er entweder gerade aus Bayreuth kommt, bzw. am nächsten Tag „Tannhäuser“ zu singen hat. Das ist deutsches und österreichisches Repertoire-Theater. Für Dirigenten eine sportliche Betätigung alles zusammen zu halten. Das geht. Habe ich selbst auch gemacht, als ich in Berlin bei „Boris Godunow“ ohne eine einzige Probe einsprang (und danach für fast 20 Jahre immer wieder - auch Premieren - dirigierte). Aber wenn wir über Kunst reden, über Feinarbeit, über Details, die dem Werk vielleicht näher kommen, dann ist dieses System nicht in der Lage, tiefer in ein Werk einzudringen. Wie schon bei meinen früheren sieben Produktionen in London und in anderen Opernhäusern auf der ganzen Welt, wird hier eine Reprise wie eine Premiere behandelt. Wo gibt es in Deutschland oder Österreich ein Haus, welches eine „Zauberflöte“ nicht als Repertoirestück behandelt, wo man nicht probieren muss? Hier habe ich - wie in anderen Opernhäusern der Welt - eine feste Orchesterbesetzung von der ersten Probe bis zur letzten Vorstellungen. Zwei unabhängige (nur im Krankheitsfall vermischte) Solistenensembles, die fast gleichwertig proben und 4 Wochen Probenzeit. Davon insgesamt 9 Proben mit Orchester. Mit solchen Bedingungen ist es möglich (mit eigenem Orchestermaterial und einem eingerichteten Klavierauszug, den die Solisten 6 Monate vorher bekommen haben), die von Gustav Mahler in Wien aus aufführungspraktischer Unsicherheit - und weltweit Schule machenden - Eingriffe in die Partitur wieder zu korrigieren. Vorschläge wieder in den Wer der damaligen Aufführungspraxis zurückzuversetzen, Appoggiaturen nach dem Regeln der Zeit wieder einzuführen, die Zauberinstrumente auf den vorgesehen Platz annähernd zurückzuführen, Artikulationen auszuarbeiten, mehrstimmige Akkorde der Streicher wieder nach den Regeln auszuführen, Vibrato (nicht das permanente non vibrato) wieder nach dem von Leopold Mozart eingesetztem Regelwerk zu handhaben. Um nur ein paar wenige Punkte zu nennen, die man ohne Proben nicht umsetzen kann.

Noch ein Wort zum Repertoire-Theater: Das Argument, dass dann nur eine Oper auf den Spielplan steht und das vom Publikum nicht akzeptiert wird: Hier wird die Spielzeit mit drei Opern (Rigoletto/Zauberflöte/Jenufa) und einem Ballett - also vier verschiedene Stücke in einer Woche, plus vielen Veranstaltungen auf anderen Spielstätten, eröffnet. Für „Zauberflöte“ mit zwei feststehenden Sängerbesetzungen 4 Wochen Proben mit täglich (außer Sonntag) 6-9 Stunden Proben). 30,000 werden die Produktion sehen und hören. Darunter 5000 Kinder zwischen 11 und 15 Jahren. Und noch einmal ca. 100.000 im Livestream.

Hier sind noch ein paar Links zu meinen Büchern „Werktreue und Interpretation“ (https://www.haenchen.net/veroeffentlichungen/bibliographie/?user_haenchendatabase_pi2%5Buid%5D=122&cHash=2f0ad963ffec3794f4c865f3ff517122) mit den nötigen wissenschaftlichen Hinweisen:

Die Partitur der „Zauberflöte“: https://www.haenchen.net/fileadmin/media/pdf/mozart_zauberfloete.pdf

Vorschläge bei Mozart: https://www.haenchen.net/fileadmin/media/pdf/vorschlaege.mozart.pdf

Vibrato: https://www.haenchen.net/fileadmin/media/pdf/Internetversion.pdf


Besetzung:
Orchestra and Chorus of the Royal Opera House Covent Garden
Salome Jicia (Pamina)
Bernard Richter (Tamino)
Huw Montague Rendall (Papageno)
Krzysztof Baczyk (Sarastro)
Brenda Rae (Königin der Nacht)
Alexandra Lowe (1. Dame)
Hanna Hipp (2. Dame)
Stephanie Wake-Edwards (3. Dame)
Michael Colvin (Monostatos)
Hagen Lee (Papagena)
Jochen Schmeckenbecher (Sprecher)
Harry Nicoll (1. Priester)
Donald Maxwell (2. Priester)
Alan Pingarrón (1. Geharnischter)
James Platt (2. Geharnischter)

Live-Stream aus dem Royal Opera House Covent Garden, London. Der Stream ist verfügbar vom Freitag, den 1. Oktober 2021 ab 20.30 Uhr MESZ bis zum 31. Oktober 2021.
Um den Stream zu sehen, ist ein (kostenloser) Account auf der obigen Website nötig. Dort kann man das Ticket für 16 Pfund (ca. 18,70€) kaufen.

This performance will be available to watch from 7.30pm BST on Friday 1 October 2021 until 11.59pm on 31 October 2021.
How to sign up – to access this film, you will need to create a new ROH Stream account.

Pressestimmen

..."Especially since it’s so well conducted by the veteran kapellmeister, 78-year-old Hartmut Haenchen, using traditional tempi and dynamics....

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http://celex.s205.xrea.com · 06. Oktober 2021
..."Conductor Hartmut Haenchen controlled the orchestra of The Royal Opera House effectively with energetic tempi driving the piece forward and tight ensemble performances...."
Adrian York
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www.london-unattached.com · 23. September 2021
"...Hartmut Haenchen’s conducting is excellent as he makes the score feel pithy while still bringing a real sense of lyricism to it...."
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www.opera-online.com · 20. September 2021
4 stars
Musically, it was first-rate too.... In the pit Hartmut Haenchen led a ... sprightly performance, and was rewarded with warm playing from the orchestra..."
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www.musicomh.com · 19. September 2021
..."And nothing gets more thrilling than Mozart’s divine music. A wonder to hear it live again, played joyously by the Royal Opera Orchestra under the baton of Hartmut Haenchen..."
Vera Liber

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www.britishtheatreguide.info · 18. September 2021
Hartmut Haenchen conducted in style.
Patrick Marmion
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Daily Mail · 17. September 2021
Hartmut Haenchen carried out in taste.
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Public · 17. September 2021
4 stars: ..."After an energetically shaped overture, the conductor Hartmut Haenchen is good at bringing out the rapt wonder of the score — and shaped some of the male choruses with shadowy flickers of Mozart’s Requiem ..."
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Sunday Times · 16. September 2021
"...Musically it was rewarding, too. At 78 the German conductor Hartmut Haenchen is no spring chicken, but his reading of Mozart’s late score fizzed with youthful élan from first to last and both the ROH Orchestra and a very good ‘A’ company (it alternates with a ‘B’ cast that looks just as promising) responded to him with charm and enthusiasm...."
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www.bachtrack.vom · 16. September 2021
4 Sterne
....beautifuly staged Mozart,, this could be one for you. Especially since it's so well conducted by veteran kapellmeister, 78-year-old Hartmut Haenchen, using traditional tempi an dynamics.
David Mellor

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Mail on Sunday · 16. September 2021
4 stars
..." All the above was flattered by Hartmut Haenchen’s expert ear for balance. His affection for the score was clear from the overture onward, and chorus and orchestra responded with a natural, warm sound and nonchalant style. It proved with simple directness that the opera is about the power of music to prevail over human frailty and chaos. .."
Peter Reed

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www.classicalsource.com · 15. September 2021
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