01. Januar 1977
Er kannte unsere Schwächen und Vorzüge
Rudolf Mauersberger zu Ehren
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Er kannte unsere Schwächen und Vorzüge
Rudolf Mauersberger zu Ehren, 1977
Zurückgekehrt von einer der zahlreichen Reisen der Dresdner Philharmonie, „erwischte“ mich eine Grippe so heftig, daß ich während eines Konzertes in Dresden nicht wußte, ob ich die folgende Sinfonie noch durchstehen würde. Der Arzt riet mir ab, weiterzudirigieren. In der Pause gingen meine Gedanken zurück in meine Kinderzeit. Ich sah Rudolf Mauersberger während einer Aufführung des Weihnachtsoratoriums – damals noch in der Martinskirche -, wie er vor uns stand und mit hohem Fieber sämtliche sechs Kantaten dirigierte. Ich hörte ihn mit seiner rauhen Stimme sagen: „Der Krankheit nachzugeben ist Schlamperei.“…
09. August 1982
Gedanken zur Ausbildung des Dirigenten
Aus: Musikstudium-Musikpraxis, Kapitel: Analyse des Interpretationsprozesses und Ausbildung von Dirigenten, Sängern und Instrumentalisten als zentrale musikpädagogische Aufgabe, Verlag Neue Musik, Berlin,1984, Seite 174-185
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Alle Rechte vorbehalten
Zu einigen Problemen bei der Ausbildung von Dirigenten
Beitrag geschrieben für das Buch Musikstudium, Musikpraxis, Verlag Neue Musik, 1984
Die Auswahl
Jeder Lehrende im Fach Dirigieren hat die Erfahrung gemacht, daß die Aufnahmeprüfung besonders problematisch ist, weil die Interessenten sich nicht mit ihrem Instrument, dem Orchester oder dem Chor, vorstellen können. Es könne im Grunde also nur die um das eigentliche Problem der Orchesterleitung herum liegenden Teilaspekte geprüft werden. Diese bekannte Tatsache deckt sich mit der Erfahrung, daß…
01. Januar 2000
Der Taktstock
Dirigenten erzählen von ihrem Instrument
Hartmut Haenchen
Der 1943 in Dresden geborene Hartmut Haenchen begann seine musikalische Laufbahn im berühmten Dresdner Kreuzchor. Er studierte Gesang, Chor- und Orchesterleitung und wurde zunächst Kapellmeister in Chemnitz, später war er Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker und Professor in Dresden. Seit zwanzig Jahren leitet er das Kammerorchester „Carl Philipp Emanuel Bach“ in Berlin. Zur Zeit lebt Haenchen in Amsterdam, wo er das Niederländische Kammerorchester und die Niederländische Philharmonie leitet. Erfolge feiert er auch als Operndirigent, zum Beispiel in Amsterdam.
Hartmut Haenchen packt in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin aus seiner Aktentasche einen Taktstock aus, mit dem er in Amsterdam einen ganz besonderen Effekt erzeugt hat. Im Griff des Taktstocks ist…
01. Mai 2012
30 Jahre Leitung des Kammerorchesters C.Ph.E. Bach durch Hartmut Haenchen
Eine eingeschworene Gemeinschaft
Eine eingeschworene Gemeinschaft
30 Jahre Leitung des Kammerorchesters Carl Philipp Emanuel Bach durch Hartmut Haenchen, 2012
Eine Art „Perlenhochzeit“... Ein Grund um ein wenig zurückzuschauen: 1978 dirigierte ich – damals noch Chefdirigent am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin – das Kammerorchester Musica Nova der Deutschen Staatsoper Berlin – so hieß es offiziell – erstmalig. Die Verbindung entstand durch eine lange Reihe von Gastdirigaten an der Staatsoper Berlin und in Konzerten der Berliner Staatskapelle seit 1971. Ein Dirigent mit viel Erfahrungen in Uraufführungen und ein in moderner Musik (wie der Name des Orchesters schon sagt) spezialisiertes Orchester trafen aufeinander. Wir versuchten neuen Werken den Weg zu ebnen. Dies war nicht einfach, da wir die Werke, die wir…