Texte

22. Februar 2005

Kulturstadt Dresden ohne Kultur?

Verkehrszug Waldschlößchenbrücke schädigt die Dresdner Kultur

Pressemitteilung 22.2.05 Prof. Hartmut Haenchen, Dirigent: Verkehrszug Waldschlößchenbrücke schädigt die Dresdner Kultur Eine Erwiderung auf Dr. Hans-Joachim Brauns, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Waldschlößchenbrücke Zweifellos ist eine moderne Infrastruktur von Bedeutung, damit unsere Stadt für Investoren attraktiv ist. Wir haben auf diesem Gebiet viel erreicht. Dresden ist aus allen Himmelsrichtungen erreichbar: Flughafen, Schiffe, Eisenbahn und mehrere Autobahnen erlauben einen optimalen Zugang. Das zählt im weltweiten Wettbewerb der Städte um Investoren. Dresden konnte u.a. deshalb in der Vergangenheit große Erfolge verbuchen. Das zeigt, wie gut unsere Infrastruktur ist. Dresden hat also keine schlechten Karten. Was Dresden gegenüber anderen…
29. September 2004

Lust am Fremden und Rechtsradikale?

Kommentar von Prof. H. Haenchen in den Dresdner Neuesten Nachrichten

»Lust am Fremden« beginnt beim Bekannten »Lust am Fremden« ist das Thema der Dresdner Musikfestspiele 2005. Kein Zufall in einer Stadt, deren Reichtum nicht nur kulturell auf vielerlei fremden Einflüssen beruht. Slawisch geprägt, fußt Dresdens Ruf auf Spuren aus aller Welt, die hier Früchte trugen. Kulturstadt ist das eine, ähnlich wichtig ist der Bildungs- und Wirtschaftsstandort. Welche Reputation Dresden genießt, verdeutlichen Ansiedlungen internationaler High-Tech-Industrie. Selbst die Lage im Dreiländereck sollte Chance für aufgeschlossenes Miteinander sein. Nach den Landtagswahlen scheint alles anders. Kommentatoren berichten von Braunen im Parlament, schon werden Reisen in die Sächsische Schweiz storniert, sind wirtschaftliche Konsequenzen zu fürchten, weil es internationale…
03. März 2004

Am 3.3.2004 fand eine Demonstration der Initiative "Dresden wählt Kultur" statt

Prof. Hartmut Haenchen sprach auf dem Theaterplatz. Die Demonstration begann mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen am Rundkino, Prager Straße und führte die 6.000 Teilnehmer zur Kundgebung um 17.00 Uhr auf dem Theaterplatz

Hartmut Haenchen sprach zu den Demonstranten: Liebe Dresdnerinnen und Dresdner, liebe Gäste unserer Stadt, die Sie dem Ruf Dresdens als eine der europäischen Kulturmetropolen gefolgt sind. Wir stehen hier auf einem für Kunst und Kultur exemplarischen Platz. Gerade hat Sachsens Ministerpräsident voller Stolz die barocken Kunstschätze Dresdens in den USA gezeigt. Kunstschätze, die es nicht gäbe, wenn nicht Regierende vergangener Zeiten die Wirkung von Kunst und Kultur nicht nur für ihre Zeit sondern auch für die Zukunft ihres Landes richtig eingeschätzt hätten. Heute wird zum Kulturabbau aufgefordert. Kultur ist angeblich kein „harter Wirtschaftsfaktor“. Was aber werden die nachfolgenden Generationen aus unserer Zeit vorzeigen können? Alle großen Reiche in der Geschichte der Welt…
21. Januar 2004

Streichkonzert statt Kulturstadt?

Kommentar von Hartmut Haenchen in der Sächsischen Zeitung, 21.1.2004 und die nachfolgende DPA-Meldung

Durch massive Kürzungen sind immer mehr Kultureinrichtungen in ihrer Substanz gefährdet. Allein in Dresden sehen neue Pläne Einsparungen von acht Millionen Euro bis 2007 vor. So soll beispielsweise das Theater Junge Generation auf 2,5 Millionen Euro verzichten, die Staatsoperette auf 1,5, die Philharmonie auf eine Million und die Musikfestspiele auf 750 000 Euro. Der Etat der städtischen Bibliotheken soll um 650 000 Euro sinken. Kunst kommt von Können, das gilt nicht nur im Abendland. Und Können kann kosten, das gilt für Künstler wie für Konsumenten. Letztere zahlen den Eintritt, zumeist ein eher symbolisches Zubrot für die tatsächlichen Kosten von Konzerten und anderen Künsten. Erstere, die Schöpfer und Ausführenden, verdienen übrigens erst dann an ihrer Kunst, nachdem sie viel…
24. April 2006

Hartmut Haenchen appelliert an Halles Politiker

Ehrendirigent bangt um Staatskapelle

Ehrendirigent bangt um Staatskapelle Hartmut Haenchen appelliert an Halles Politiker erstellt 23.04.06, 18:53h, aktualisiert 23.04.06, 19:02h Hartmut Haenchen (Foto: dpa) Halle/MZ. Hartmut Haenchen, Ehrendirigent der Staatskapelle Halle und Intendant der Dresdner Musikfestspiele, hat sich in einem Brief an Politiker des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle "mit größter Sorge" über die aktuellen Entwicklungen bei der halleschen Orchesterfusion geäußert. In dem Schreiben, dass u. a. an Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) sowie an Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) adressiert ist, verweist Haenchen auf "sinnvolle Vorschläge für die Fusion beider Institute", die aus den Reihen der Musiker gekommen seien. Dennoch würde nach der fristlosen Entlassung von…
20. Juli 2006

Hartmut Haenchen sprach vor dem Dresdner Rathaus

Welterbe ja oder nein Kultur ja oder nein

Liebe Dresdner! Ein heißer Tag, auch politisch gesehen. Was Dresden gegenüber anderen Städten heraushebt, ist die kulturelle Ausstrahlung. Kultur ist einer der wichtigsten Standortfaktoren. Unsere Stadt hat wegen des außerordentlichen Niveaus der Künste einen Namen in der Welt. Wer an Dresden denkt, denkt zuerst an die edle Symbiose von Landschaft und Stadt - nun zum UNESCO-Welterbe erhoben - und an die Kunst, Kultur und Wissenschaft in dieser Stadt. Über Jahrhunderte wurde diese Einzigartigkeit gepflegt. Millionen Menschen besuchen deshalb unsere Stadt. Dresden lebt also auch von seinem positiven Image als Kulturstadt. Auch deswegen siedeln sich Investoren in Dresden an. Wir tragen vor aller Welt Verantwortung, um dieses Erbe zu schützen. Die negativen Auswirkungen der…
01. Oktober 2006

Hartmut Haenchen wird von Andreas Herrmann vom Magazin SAX zur Waldschlösschen-Brücke befragt

Welterbe ja oder nein?

1.) Was trieb Sie persönlich zu Ihrem Bekenntnis zum Welterbestatus? Natürlich gehen internationale Verträge vor kommunalen Wünschen. Insofern scheint mir die ganze Diskussion ohnehin sehr provinziell. Wenn wir in Wirtschaftsfragen die Urteile der World Trade Organisation respektieren, müssen wir im Zeitalter der Globalisierung in kulturellen Fragen auch die Zuständigkeit der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur ernst nehmen. Sachsen als Kulturstaat und Dresden als weltweit bewundertes Gesamtkunstwerk aus Natur und Städtebau, müssen sogar ein besonderes Interesse daran haben, dass das Ansehen der UNESCO jetzt nicht durch Trotz und Geringschätzung beschädigt wird. Das ist aber nicht der Beweggrund für mein Bekenntnis zum Welterbe: Es geht ganz einfach um die…
22. Juli 2007

Überlasst die Entscheidung zum Brückenbau nicht den Fledermäusen

Nur die Tunnellösung ist eine moderne und vernünftige Lösung

Dresden, 22. Juli 2007 Liebe Dresdner, liebe Gäste! Sie kennen alle Schilda? Natürlich! Dresden ist auf dem Weg, seinen Ruhm nicht mehr von seiner einmaligen Stadtlandschaft und seinen Kunstschätzen und seiner Kultur zu beziehen, sondern von der Fehlentscheidung einer CDU-geführten Landesregierung. Dies wird Dresden zu traurigem Ruhm verhelfen. Dresden wird das zweite aberkannte Weltkulturerbe in der Welt sein. Dresden wird dafür berühmt werden, dass eine Regierung auf einem vermeintlichen Bürgerwillen beharrt, der sich zwischenzeitlich viel klarer dokumentiert hat: Die Dresdner wollen mehrheitlich eine Elbquerung, aber sie wollen eindeutig mehrheitlich nicht diese Brücke. Die Stadt Dresden hat – wie schon beim Welterbe-Antrag – wesentliche Unterlagen der UNESCO-Kommission…
11. Oktober 2007

Rettet das Weltkulturerbe Dresden

Hartmut Haenchens Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin aus Anlass der Übergabe einer Petition an den Deutschen Bundestag. (Die Rede wurde von Frau Dr. Laudel vorgetragen)

Berlin, 11. Oktober 2007 Liebe Freunde der Stadt Dresden! Dresden ist auf dem Weg, seinen Ruhm nicht mehr von seiner einmaligen Stadtlandschaft mit seinen Kunstschätzen und seiner Kultur zu beziehen, sondern von der Fehlentscheidung einer CDU-geführten Landesregierung. Dies wird Dresden zu traurigem Ruhm verhelfen. Dresden wird das zweite aberkannte Weltkulturerbe in der Welt sein. Dresden wird dafür berühmt werden, dass eine Regierung auf einem vermeintlichen Bürgerwillen beharrt, der sich zwischenzeitlich viel klarer dokumentiert hat: Die Dresdner wollen mehrheitlich eine Elbquerung, aber sie wollen mehrheitlich eindeutig nicht diese Brücke. Der Vorsitzende der CDU-Dresden Lars Rohwer schrieb mir trotz dieser Situation: „es kann keinen Kompromiss mehr geben“. Aus parteilichen…
01. Februar 2008

Offener Brief an Herrn Baudirektor Dr. h.c. Eberhard Burger

Ist eine "verschönerte" Brücke die Lösung?

Offener Brief an Herrn Baudirektor Dr. h.c. Eberhard Burger Sehr verehrter Herr Dr. Burger, als Baudirektor für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche haben Sie sich mit der Durchführung und Vollendung dieser Bauaufgabe, die in Deutschland und im Ausland als ein Symbol der Versöhnung mit großer innerer Anteilnahme verfolgt und mit bedeutenden Spenden aus aller Welt maßgeblich unterstützt wurde, hohes Ansehen erworben. Besondere Wertschätzung für dieses Lebenswerk zollt Ihnen nicht nur die Fachwelt, sondern wird Ihnen ebenso von zahllosen kulturverbundenen Menschen auf breiter gesellschaftlicher und politischer Ebene im In- und Ausland entgegengebracht. Ihre vielfachen nationalen und internationalen Ehrungen sind Ausdruck dieser ganz besonderen Wertschätzung, über die wir…
29. April 2009

Dresden braucht einen Konzertsaal

Hartmut Haenchen spricht zu den Dresdnern im Rundkino

Sehr geehrte Frau Staatsminister Dr. Lange, sehr geehrte, hoffentlich anwesende, Bürgermeister und Stadträte – von den Letzteren habe ich zwei gesehen-, meine sehr verehrten Damen und Herren! Spanien hat eine ganze Reihe von neuen hervorragenden Konzertsälen, Tokyo hat gerade seinen 105. Konzertsaal eröffnet und ein neues Opernhaus gebaut, Stockholm hat neben einem herrlichen Konserthus, wo sich schon Fritz Busch hingezogen fühlte, die Berwald-Halle gebaut. Kleine Städte wie Luzern mit 57.500 Einwohnern (!) haben einen großen, guten Konzertsaal gebaut (nicht den Besten, da Architekt der hervorragende Akustiker sein Konzept nicht gegen den Architekten durchsetzen konnte) und holen damit die ganze musikalische und musikliebende Welt nach Luzern. Kopenhagen hat gerade nach einem neuen…
01. Mai 2009

Hartmut Haenchen wird Schirmherr der Wiederherstellung der einmaligen kostbaren romantischen Orgel in der Dresdner Christuskirche

Die genaue Dokumentation des ursprünglichen Zustands erlaubt die originalgetreue Rekonstruktion dieser außergewöhnlichen Orgel

Die sächsische Orgellandschaft ist reich. Sie ist zwangsläufig dadurch auch reich an Problemen, die die Gemeinden, die sie beherbergen, allein nicht bewältigen können. Sicher ist es für Menschen, die wahrnehmen, dass Instrumente noch irgendwie spielbar sind, schwer und das Ausmaß von Schäden oder von abwertenden Veränderungen wahrzunehmen. Wir haben die Verpflichtung für unsere nachfolgenden Generationen die wichtigsten Kostbarkeiten wieder in den originalen Zustand zu versetzen. Die Christuskirche Strehlen ist mit seiner Jehmlich-Orgel aus dem Jahr 1905 ein Gesamtkunstwerk ganz aus dem Sinne der spätromantischen Musiker. Die einzigartige Orgel, die in den mehr als hundert Jahren eine zum Teil wechselvolle Geschichte erfahren hat und den Strömungen der jeweiligen Zeit angepasst wurde,…
25. Juni 2009

Dresden und das Welterbe

Hartmut Haenchens Rede auf dem Dresdner Neumarkt am 25.6.2009 um 19 Uhr aus Anlass der Aberkennung des Welterbe-Titels durch das UNESCO-Welterbekomitee in Sevilla

Liebe Dresdner! Haben die Befürworter der unverhältnismäßig teuren, technisch rückständigen und ästhetisch katastrophalen Brücke, die Befürworter der Aberkennung des Welterbetitels, nicht immer von Demokratie geredet, die den Bau dieser Brücke zwingend notwendig macht? Haben nicht die gleichen Personen dieser Landesregierung und des Regierungspräsidiums den Bürgerentscheid über den Tunnel zu verhindern? Immer unter Zustimmung der CDU? Dies obwohl die Mehrheit des Stadtrat zweimal die Zulässigkeit eines weiteren demokratischen Brgerentscheides zur Elb-Querungsfrage befürwortet hat. Demokratie so zurechtgebogen, wie es die Mächtigen wünschen. Das kommt mir doch sehr bekannt vor. Auch die Beschimpfung von anders Denkenden, wie es Arnold Vaatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender…
10. Juni 2010

Nexus Conference - What's next for the West? Beethoven meets Superman

Hartmut Haenchen nahm an der Diskussion über die (kulturelle) Zukunft Europas im Concertgebouw Amsterdam teil

Alle Rechte vorbehalten Hartmut Haenchen aus Anlass der Nexus-Konferenz Amsterdam 2010: Beethoven oder Superman? Humanistische Ideale oder zerbrechende Gesellschaften (?)! Beitrag zur internationalen Nexus-Konferenz im Concertgebouw Amsterdam, 2010 „Die Menschheit ist eine Versammlung von Musikanten auf dem Weg nach einem unsichtbaren Ziel, das vielleicht gar nicht besteht.“ (frei nach Cees Nooteboom in „Berlijn“) - Wirkung der humanistischen Kunst - Beethoven glaubte an die moralische Kraft der Kunst und die weltweite Wirkung der Grundsätze der Französischen Revolution. Er war überzeugt, dass die Regierenden die Signale der Kunst verstehen, so wie später in der Sowjetunion und anderen Diktaturen die Menschen die versteckten Zeichen in der Kunst verstanden. So schrieb…
06. Oktober 2010

Protest gegen die Auflösungspläne des MCO Hilversum und die weiteren Kürzungen bei anderen Kultureinrichtungen

Die Regierungsvereinbarung der niederländischen Regierung sieht die Aufhebung aller Klangkörper des Rundfunks der Niederlande vor

Als ich 1986 in die Niederlande kam, gab es zwanzig Orchester im Lande. Als ich die Niederlande wegen drastischer Kürzungen in der Kultur 2003 verließ, gab es nur noch elf Orchester, nun noch 10 und jetzt sollen vier weitere Klangkörper verschwinden? Darunter der einzige große Konzertchor der Niederlande? Wenn man das liest, denkt man erst, dass das ein Druckfehler sein muss, denn diese (weiteren) Einschnitte sind ein Kahlschlag in der Kultur. Wie kann es sein, dass nach dem 2. Weltkrieg, in einer Zeit der Armut, prozentual mehr Geld für Kultur verfügbar war und jetzt in Zeiten des Reichtums mehr als die Hälfte der Subventionen in der Kultur gestrichen werden? Die Verantwortlichen kann ich nur auffordern, sich einmal die internationalen Studien anzuschauen, die die Wechselwirkung zwischen…
25. November 2013

Gutachten zur Bewerbung in das Verzeichnis des bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO

Anerkennung der deutschen Amateurchor-Landschaft

Der geringen Anzahl an Profichören, Projektchören und semiprofesionellen Chören, die leider ständig weiter reduziert werden, steht die große Anzahl von etwa 60.000 Laienchören gegenüber. Rund 2,3 Millionen aktive Sänger opfern regelmäßig einen Teil ihrer Freizeit für das Singen – eine Massenbewegung, die man sonst eher aus dem Breitensport kennt. Sie bilden das breite Fundament der deutschen Chor­landschaft. Den mit Abstand größten Anteil daran haben die Kirchenchöre. Eine weit verzweigte, differenzierte Vereinsstruktur spiegelt die Vielfältigkeit wider. Der Deutsche Chorverband geht davon aus, dass noch etwa eine weitere Million Menschen in freien Ensembles aktiv sind, die nicht statistisch erfasst sind, weil sie keine feste Vereinsstruktur haben und manchmal auch nur für sich singen,…
14. Dezember 2014

Offener Brief

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß
, Stadt Zwickau
Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, Stadt Plauen

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß
 Stadt Zwickau
 PF 20 09 33
08009 Zwickau Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer Stadt Plauen Unterer Graben 1
08523 Plauen Offener Brief Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Findeiß,
 sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Oberdorfer, sie haben ja schon einige Briefe zur Frage der geplanten Schließung der Opernsparte in zwei Städten erhalten. Was z.B. Prof. Ekkehard Klemm in seinem Brief schreibt, kann ich nur unterstreichen. Ich möchte ein paar Fragen hinzufügen. Wenn Sie diese alle mit Ja beantworten können, sollten sie die Opernsparte schließen, wenn Sie auch nur eine mit Nein beantworten, sollten Sie Lösungen suchen, nach der schwierigen Fusion den Aufschwung der Oper in Ihrer Region als Verdienst Ihres politischen Wirkens zu sehen.…
22. März 2016

Leserbrief an die Sächsische Zeitung

im vollen Wortlaut

Leserbrief von Hartmut Haenchen an die Sächsische Zeitung, in der die ehemalige Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz sich zu kritischen Stimmen zur neuen Marketing-Strategie des Kreuzchores äußert. Kreuzchor nicht nur „in Zukunft für alle“! Frau Orosz hatte vermutlich früher keine Gelegenheit, die Aktivitäten des Kreuzchores wahrzunehmen. Der Kreuzchor ist schon seit 800 Jahren für alle da. Es hat niemals eine Regel gegeben, dass irgendeine Gruppe von Menschen, gleich welchen Glaubens oder welcher Ansicht, den Kreuzchor nicht hören darf. Der Kreuzchor ist auch spätestens seit der Amerika-Reise 1935 unter Rudolf Mauersberger permanent international tätig. Der Kreuzchor hat immer im Zwinger Serenaden für viele tausend Menschen gesungen. Ebenso im Pillnitzer Schlosspark oder in…
02. September 2017

Richard Wagner: Tristan und Isolde

Über die Notation Wagners, Notate für das Orchester

04. Dezember 2009

Ingeborg Finke-Siegmund zum 90. Geburtstag

Veröffentlich in den Dresdner Neuesten Nachrichten

Die hochgeschätzte Dresdner Pianistin und Klavierpädagogin feiert ihren 90. Geburtstag am 4. Dezember. Die Jubilarin, die u.a. bei Hugo Steurer studierte, gab ihren ersten Soloabend im Kriegsjahr 1942 in Dresden und war als Solistin bis 1952 tätig, als sie an die heutige Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ berufen wurde. Von nun an widmete sie sich ganz ihren pädagogischen Aufgaben und stellte darüber hinaus Lehrpläne für die Musikschulen der DDR zusammen und edierte Klavierschulen für Kinder. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ingeborg Finke-Siegmund wurde in Asch, heute Tschechien, geboren. Ihr Vater, Pfarrer und später Superintendent in Dresden, wurde von den Nationalsozialisten 1933 des Amtes enthoben und inhaftiert. Ereignisse, die sie deutlich geprägt haben.…
01. Juli 2020

Corona

Stichpunkte als Zuarbeit für die Sächsische Akademie der Künste

Neue Formen Es wäre nicht die Kreativwirtschaft, wenn nicht unzählige neue Formen in wenigen Tagen, Wochen und Monaten entstanden wären. Formen, in denen die Künstler ohne Entgelt Kunst schaffen, die zudem oftmals viel mehr (wenn überhaupt vorhanden) Subventionen verschlingt, da vieles ins Netz verlegt wurde, was zusätzliche Kosten verursacht und keinerlei Einnahmen bringt. Die Kreativwirtschaft hat - ohne dafür vergütet zu werden - entscheidend dafür gesorgt und tut es immer noch, dass mit der Kunst der ganzen Nation durch die Krise geholfen wird. Irrtümer Kunst sei grundsätzlich ein Subventionsfresser, der Kultursektor ist „hardcore business“ Im Umsatz ohne die erhebliche und womöglich noch größere Umwegfinanzierung. Kunst ist nicht etwas, was einfach mal ein oder zwei Jahre…
11. Februar 2018

WOHIN MIT DER SCÖNHEIT

Drei Textbausteine für das Thema der Sächsischen Akademie der Künste

Wohin mit der Schönheit: Prof. Dr. h.c. Hartmut Haenchen 3 Vorschläge aus eigenen Texten: Der Doktor-Titel steht, seit er 1219 in Bologna erstmals vergeben wurde, in einer sehr alten humanistischen Tradition. Aber gerade um diese humanistische Tradition mache ich mir Sorgen. Am Beispiel Beethovens versuche ich dies zu formulieren: Beethoven1 glaubte an die moralische Kraft der Kunst und die weltweite Wirkung der Grundsätze der Französischen Revolution. Er war überzeugt, dass die Regierenden die Signale der Kunst verstehen. So zeigt zum Beispiel der Eingang des Anfangsmotivs der Fünften Sinfonie als „V“ wie victory in die Morsetechnik 1838, sozusagen als technische Übersetzung der Musik, wie tief Kunst in die Gesellschaft drang. Dies wiederum setzt eine humanistische Allgemeinbildung…
05. Februar 2021

Zum Tode von Jan Willem Loot

12 Jahre gemeinsame Arbeit

Vom Tod von Jan Willem Loot erfuhr ich durch einen Anruf eines Orchestermusikers auf einer Autofahrt. Er fasste den Verlust sehr treffend zusammen: „Dat was de basis die jij en Jan Willem gelegd hebben. Daar profeteren we nu nog steeds van en ik ben er heel dankbaar voor.“ In der Musikwelt ist es selten, dass ein künstlerisches Leitungsteam - etwas später ergänzt durch Herbert Slegers - 12 Jahre reibungslos zusammen arbeitet. Mit Jan Willem Loot ist das möglich gewesen. Das Resultat hat - obwohl am Anfang sehr viele Zweifel bestanden - glänzenden Bestand. Und dafür bin ich Jan Willem tief dankbar. Auch nach der langen Zeit gemeinsamer Arbeit hatten wir Kontakt und arbeiteten auch in Paris zusammen. Dankbar bin ich auch, dass ich ihn einige male an seinem Krankenbett besuchen durfte. Ich…
04. April 2021

2021 Österliche Gedanken zu Wagner

Corono-Gedanken

Als nach dem Schweigen der Glocken nach dem Sterbestundengeläut am Karfreitag heute um 5.45 Uhr erstmals wieder die Glocken erklangen, dachte ich zunächst daran, dass ich ja eigentlich in Wien sein sollte, um dort Parsifal zu dirigieren. Dann lauschte ich dem herrlichen Klang und meine Gedanken gingen zu den „Parsifal-Glocken“. Im dritten Akt von Parsifal erklingen die Glocken nach dieser Regel erst nach dem Karfreitag wieder. Im Umkehrschluss muss der 1. Akt dann ein paar Jahre früher in der Osterzeit spielen. Warum? Die Läuteordnung der Frauenkirche Dresden sieht vor, dass nach Ostern die Glocken aus dem Turm E mit dem e1, g1 und a1 erklingen. (Johannes, die Verkündigungsglocke, Jeremia, die Stadtglocke und Josua, die Trauglocke). Diese Auswahl aus den 8 Glocken des großen Geläuts…