Texte

24. Mai 2012

Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Zauberflöte

Brief an den Mozart-Forscher Marius Flothuis, der nach Lektüre des Programmhefttextes antwortete.

Alle Rechte vorbehalten Amsterdam, 10.12.1995 Sehr geehrter Herr Flothuis! Vielen Dank für Ihren freundlichen Brief. Es ist mir eine Ehre, daß Sie sich meines Artikels so gründlich annehmen. Sie werden dabei sicher bedenken, daß es sich um einen Beitrag für ein Programmbuch und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, die ich anders formuliert und ausführlicher dokumentiert hätte. Bei der Übersetzung hatten wir - wie schon bei meinen anderen Artikeln - Schwierigkeiten und sicher haben Sie Recht, mit Ihrer Kritik. Viele Dinge, die für mich interessant bei den Studien waren, habe ich nicht veröffentlicht, da sie für ein breiteres Publikum
05. April 2012

Vibrato:„Dies ist das schönste in der Musik“

Cantabile und (non) Vibrato in der heutigen Aufführungspraxis (Unter dem Text pdf's verfügbar mit umfangreichen Erläuterungen, Quellen und Beispielen)

Alle Rechte vorbehalten -Sylvestro Ganassi schreibt für die Flötisten: „Wisse, dein Lehrmeister muß der geübte und erfahrene Sänger sein.“ - Georg Philipp Telemann: „Singen ist das Fundament zur Music in allen Dingen.“ - Johann Joachim Quantz: „Ein Jeder Instrumentist muß sich bemühen, das Cantabile so vortragen, wie es ein guter Sänger vorträgt.“ - Johan Georg Pisendel und J.J. Quantz bildeten sich durch das Anhören guter Sänger. - Carl Philipp Emanuel Bach:„... daß man keine Gelegenheit verabsäumen müsse, geschickte Sänger besonders zu hören; Man lernet dadurch singend
21. Februar 2011

Händel, Georg Friedrich: Messias in der Fassung von W.A. Mozart

Interview für das Programmheft im Théâtre du Châtelet in Paris

Was hat Sie dazu bewogen, sich mit Händels Messias in der Bearbeitung von Mozart auseinanderzusetzen? Der entscheidende Punkt ist für mich die Frage: Wie sehen Komponisten fremde Werke? Und dieser Messias ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür, wie wenig dogmatisch zu Mozarts Zeit mit dem musikalischen Erbe umgegangen wurde. Historische Werke wurden damals nicht aus der Entstehungszeit betrachtet, sondern aus der Aufführungszeit. Das bedeutet - und das ist für mich heute noch wichtig - dass der Wert des Werkes an der Wirkung für die Aufführungszeit gemessen wurde. Dazu gehört, dass natürlich auch keine historischen Instrumente eingesetzt wurden. Die
25. Mai 2008

Beethoven, Ludwig van: Missa solemnis

Fragen an Hartmut Haenchen zur Missa solemnis von Beethoven von Henriette Sehmsdorf

Ludwig van Beethoven: Missa solemnis Fragen von Henriette Sehmsdorf zur Missa solemnis anlässlich des Abschlusskonzertes der Dresdner Musikfestspiele in der Kreuzkirche Dresden 2008 1) In einem bereits früher von Ihnen gegebenen Interview zur „Missa solemnis” gehen Sie davon aus, dass Beethoven für die Komposition des Werkes zwei Beweggründe hatte: Erstens seine Stellung bei Erzbischof Rudolf zu konsolidieren, zweitens ein religiöses Werk zu schreiben, das über die Institution Kirche hinausweist. Die zweite These möchte ich gern hinterfragen. Ist dies wirklich Beethovens ureigenste Absicht gewesen, oder hat sich die Dimension des Stückes nicht im Laufe des
19. Oktober 2007

Bach, Johann Sebastian: h-Moll-Messe

Besetzung, Aussprache, Vibrato, Bach als komponierender Theologe, Zahlensymbolik, Tonartensymbolik

Johann Sebastian Bach: h-Moll-Messe Fragen der Aufführungspraxis aus Anlass der Aufführung in der Dresdner Frauenkirche 2008 Wenn die Vermutung stimmt, dass die erste Gesamtaufführung der h-Moll-Messe erst am 12.2.1835 mit nicht weniger als 160 Choristen der Berliner Singakademie (bei der Matthäus-Passion waren es sogar 320 Sänger) unter Carl Friedrich Rungenhagen stattgefunden hat, dann ist Bachs Utopie einer vollständigen Aufführung seines Werks erst 100 Jahre nach der Entstehung Wirklichkeit geworden – und die Bandbreite „authentischer Besetzungen“ sehr groß. Auch Bachs berühmter Antrag zur „wohlbestallten Kirchenmusik“ stellt eher ein den
16. November 2006

Mozart, Wolfgang Amadeus: Jupiter-Sinfonie

Das Konzept für eine frei gehaltene Einführung für die DVD von EuroArts.

Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: Jupiter-Sinfonie Ein fiktives Interview mit Hartmut Haenchen zur Vorbereitung der DVD Discovering Masterpieces bei EuroArts 2056018, 2006 Persönliches Was bedeutet die Jupiter-Sinfonie für Sie ganz persönlich? Den Höhepunkt und Wendepunkt der Sinfonieform. Wie haben Sie einen Zugang zu diesem Werk gefunden? So, wie ich das immer mache: mit Quellenstudium. In diesem Fall half mir, nachdem ich viele der früheren Sinfonien, Opern und Konzerte Mozarts dirigiert habe, mich dem Opus summum anzunähern, das Autograph, welches erst 1977 nach Berlin zurückkehrte. Ich durfte es in der Staatsbibliothek einsehen. Heute besitze ich
11. September 2005

Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Zauberflöte, Fragen eines Dirigentenkollegen

Schnelle Antworten auf wichtige Fragen zur Interpretation

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte Fragen eines Dirigentenkollegen 2005 Lieber Professor, hier also ein paar Fragen zur Zauberflöte: - zu Beginn des Finale I (Nr. 8) haben Trompeten und Pauken Dämpfer vorgeschrieben; das wird nicht wieder aufgehoben - wie lange soll con sordino gespielt werden? Im Autograph stehen beide Bezeichnungen. Eine entgegengesetzte Bezeichnung gibt es nicht. Ich gehe davon aus, dass dies im Zusammenhang mit den Knaben vorgezeichnet ist. Die Aufhebung ist also nach Takt 38 und wird somit Takt 351 wirksam. Ich lasse allerdings Takt 351 als Fernorchester spielen, da dieses im Autograph in der Klammer mit dem Chor "von innen"
09. Juli 2005

Mozart, Wolfgang Amadeus: Uraufführung einer Sinfonie

Hartmut Haenchen rekonstruierte eine Sinfonie in C-Dur auf Grund vorhandener Dokumente

Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie in C Il re pastore KV 208 /102 (213c) (Uraufführung) Stichworte zur Uraufführung in Amsterdam 1997 Satzfolge: Molto Allegro Andantino Presto assai Konstanze Mozart berichtet nach Mozarts Tod von „Ein Schluß und Übergang eines Sinfonie andante zum Presto assai C-Dur. Der Anfang dieses Andante fehlt.“ Die letzten vier Takte des Andante verraten aber, welche Musik der langsame Satz war: Die Arie der Aminta (1. Szene) „Intendo amico“, womit die Oper Il re Pastors beginnt. In den letzten Takten hat Mozart auch gezeigt, wie er die Instrumentierung haben wollte. Diese habe ich (H.H.) dann
12. November 2003

Gluck, Christoph Willibald: Alceste

Zeitungsbericht zu den Dresdner Musikfestspielen 2003

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Zeitungsbericht für die Aufführung von Chr.W. Gluck: „Alceste“ zu den Dresdner Musikfestspielen 2003 Chr.W. Gluck: "Alceste", eine für den Dresdner Zwinger angepasste und teilweise neu entwickelte Opernproduktion der Niederländischen Oper, Amsterdam Amsterdam, Waterlooplein: Neben dem Flohmarkt eilen Musiker des Niederländischen Kammerorchesters, des Niederländischen Kammerchores und eine Gruppe berühmter internationaler Solisten zum Künstlereingang der Niederländischen Oper. Sie versammeln sich zur Orchester-Bühnenprobe für eine Produktion, die in Amsterdam so nicht zu sehen sein wird: Glucks
05. Oktober 2003

Mozart, Wolfgang Amadeus: Idomeneo

Hinweise zur Interpretation zu Idomeneo, Produktion Amsterdam 2004

Grundlage sind die Arbeiten „Vorschläge bei Mozart“ und „Vorbereitung einer Interpretation...“ (siehe auch Web-Site www.haenchen.net unter „Texte“ Taktzahlen und Nummern nach NMA - Appoggiaturen die ganz sicher nicht ausgeführt werden sollen, sind extra erwähnt - Appoggiaturen die eher nicht ausgeführt werden sollen, sind nicht erwähnt - Appoggiaturen die möglicherweise ausgeführt werden sollen, sind aufgeführt mit dem Zusatz "möglich" - Appoggiaturen die sicher ausgeführt werden sollen, sind ausdrücklich erwähnt Die Noten-Beispiele mit App. von unten bei Fragesätzen stehen oft im Widerspruch zur NMA, entsprechen aber den damals gültigen Regeln (siehe meine Artikel)
21. August 2002

Mozart, Wolfgang Amadeus: La Clemenza di Tito

Ausführungshinweise

Diese Hinweise stehen am Ende des Textes als pdf zur Verfügung Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: La clemenza di Tito Ausführungshinweise für die Solisten der Vorstellungen in Amsterdam, 2002. Wissenschaftliche Begründungen für die Anweisungen sind in den vorhergehenden Abhandlungen über die Vorschläge und die Interpretation zu Le nozze di Figaro zu finden, die im Prinzip hier angewandt werden. Nummern und Taktzahlen nach Neue Mozart-Ausgabe II,5,20 Nummer 1 V Takt 15 letzte Note 16tel 92 letzte Note 16tel 93 App. möglich f, e 94 letzte Note 16tel 104 Achtel werden 16tel S 27 App. möglich d, c 131 App. unbedingt h, c Nummer 2 V 5 Vorschlag c triolisch lombardisch 10 Verzierung möglich 20 Auszierung 31
09. September 1999

Die Aufführungspraxis des Kammerorchesters C.Ph.E. Bach

Beitrag zum Programmheft zur Eröffnung des Kammermusiksaales im Konzerthaus (Schauspielhaus). Hier die erweiterte Fassung von 1999

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Für das Natürliche in der Musik Das Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach und sein Stil Das Kammerorchester "Carl Philipp Emanuel Bach" kann auf eine über 30-jährige Geschichte zurückschauen. In dieser Zeit hat sich das Kammerorchester mit unterschiedlichen künstlerischen Leitern jeweils verschiedene Schwerpunkte der Musikgeschichte zu eigen gemacht und einer breiten Öffentlichkeit im In- und Ausland vorgestellt. In den ersten Jahren der Entwicklung dieses Orchesters lag die Konzentration bei neuen
21. Dezember 1998

Beethoven, Ludwig van: 5. Sinfonie

Zur Frage der Neuausgabe

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 Notizen anlässlich einer Aufführung im Amsterdamer Concertgebouw 1988 Uraufführungs-Situation Die Skizzen zu dieser Sinfonie entstanden zwischen 1803 und 1805. Die Ausarbeitung erfolgte in den Jahren danach und schließlich wurde des Werk im März 1808 nach fünfjähriger Reifezeit vollendet. Die Uraufführung fand in einem damals üblichen Riesenprogramm am 22.12. 1808 im Theater an der Wien zusammen mit der 6. Sinfonie, dem 4. Klavierkonzert, der Chorfantasie und Teilen der C-Dur-Messe statt. Beethoven hatte es aus Enttäuschung über die mangelnde Unterstützung seiner Pläne als sein
01. Juni 1997

Bach, Johann Sebastian: Johannes-Passion

Antwort auf eine Rezension in der Zeitung "Trouw" von Franz Straatman und die Beantwortung eines Hörerbriefes

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion Zwei Briefe nach der Aufführung im Concertgebouw Amsterdam 1997 Der erste Brief bezieht sich auf eine Kritik in der niederländischen Zeitung „Trouw“, der bereits 10 Jahre eher eine ähnliche Kritik über das gleiche Werk zugrunde liegt, und der zweite auf einen Hörerbrief. Lieber Herr Straatman! Da Ihre Kritiken zu den wenigen gehören, die ich regelmäßig lese, da sie auf einem umfassenden Wissen und großer Erfahrung beruhen, möchte ich Ihnen gern anbieten, einmal persönlich ausführlich über die
12. April 1996

Gluck, Christoph Willibald: Orfeo ed Euridice

Booklet-Text zur CD-Ausgabe von Glucks Orfeo

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Christoph Willibald Gluck: Orfeo ed Euridice Booklet-Text zur CD-Aufnahme Capriccio 60 008-2, aufgenommen 1988 Die Arbeit eines Interpreten - im Sinne des lateinischen Wortes „interpretor“ als Vermittler, Erklärer, Deuter - muss versuchen, auf Quellen zurückzugreifen. Von Orfeo gibt es leider kein Autograph, sondern nur den Pariser Druck von 1764 (damit ist nicht die spätere Pariser Fassung gemeint), der von Gluck durchgesehen wurde. Mit der Deutung der Quellen beginnt der Interpretationsvorgang. Daraus soll der Wille des Komponisten sichtbar werden, was aber nur bei Kenntnis des
25. Oktober 1995

Bach, Johann Sebastian: Brandenburgisches Konzert Nr. 3

Zur Frage der chorischen Besetzung und des Adagios

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 Bemerkungen aus Anlass einer Aufführung im Schauspielhaus Berlin 1985. Einspielung als CD bei SONY Classical 48 062 Johann Sebastian Bach hat den ersten Teil des Brandenburgischen Konzertes Nr. 3. in der Kantate Nr. 174 verwendet. Hier finden wir durch andere Instrumentierung deutliche Anhaltspunkte, dass Bach durchaus nicht unbedingt eine solistische Ausführung wollte, sondern sich in den Oberstimmen einen Wechsel zwischen Tutti und Solostimmen wie in einem Concerto grosso vorstellte. Auf Grund dieser originalen Quellen lasse
20. März 1995

Die Geschichte einer sinfonischen Idee

Johann Christian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert

1768 schuf der jüngste Sohn Johann Sebastian Bachs, Johann Christian Bach, seine Sinfonie in g-moll. Erstmalig in seinem Schaffen finden wir eine ungewöhnliche, subjektive, emotionale Aussage, die sicher in dieser Zeit revolutionär wirkte und deshalb eine ganze Reihe von berühmten Nachfolgern erhielt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass J. Haydn eine Abschrift kannte, als er seine Sinfonie in der gleichen Tonart Nr. 39 etwa ein Jahr später schrieb, und Mozart schuf unter dem Eindruck der von ihm hochverehrten Meister J. Chr. Bach und J. Haydn nur kurze Zeit später (1773/74) seine frühe g-moll Sinfonie, der er später durch sein Meisterwerk, der Sinfonie g-moll KV 550, ein weiteres Werk der
25. Januar 1995

Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Zauberflöte

Das Autograph der Zauberflöte, seine Geschichte und die Folgen

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Jeder wird sich fragen, was über 200 Jahre nach der Uraufführung einer der meistgespielten Opern, deren Erfolg dem Stück seit der Uraufführung treu blieb, das Autograph noch für neue Erkenntnisse bieten kann. Eine Unzahl von Aufführungen haben Dirigenten geleitet, Generationen von Musikwissenschaftlern haben sich mit dem Werk beschäftigt und ganze Bibliotheken sind zur „Zauberflöte“ geschrieben worden, selbst Goethe war so beeindruckt, dass er einen zweiten Teil dazu schrieb. Was also kann man heute noch finden? Um dies zu erklären, ist es nötig, etwas über das Schicksal
29. November 1994

Mozart, Wolfgang Amadeus: Zur Frage der Vorschläge

Grundlagen der Aufführungspraxis

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Zur Frage der Vorschläge in Mozarts Zeit Kurze Zusammenfassung für Sänger und Instrumentalisten, dargestellt an einigen Opern Mozarts. 1989. Wenn man davon ausgeht, daß fast alle Autoren von musikalischen Schulwerken zwischen 1750 und bis nach1800 einige Grundregeln zur Ausführung von Vorschlägen übereinstimmend aufstellten und die Differenzen sich vor allem auf die Streitfrage der Ausführung von kurzen Vorschlägen und deren Subtraktion oder Antizipation beschränken, bleibt es erstaunlich, wie lange sich in der Mozartinterpretation unserer Zeit die Aufführungspraxis des späten 19. Jahrhunderts hält.
03. Juni 1994

Mozart, Wolfgang Amadeus: Le nozze di Figaro (English)

Thoughts in advance of an interpretation

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Reflections on Mozart's Le nozze di Figaro in the light of performance practice Ornaments, cadenzas, lead-ins, dynamics and other points of vocal interest Luigi Bassi (1766-1825) was a member of the Prague opera company and, as such, played a major part in the overwhelming success of Don Giovanni in Prague, where he sang not only the title role in the very first performance of Mozart's dramma giocoso, but also the Count in the local première of Le nozze di Figaro. Describing a later performance of one of Mozart's operas, he wrote: 'There's nothing here, there's none of the animation or
13. April 1994

Beethoven, Ludwig van: 9. Sinfonie

Zur Frage der Neuausgabe und Interpretation

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9 Anmerkungen zur ersten Aufführung in den Niederlanden in der von Jonathan Del Mar neu editierten Ausgabe im Concertgebouw Amsterdam, 1997. Es mutet immer wieder erstaunlich an, daß so allgemein bekannte Meisterwerke wie Beethovens 9. Sinfonie nach 170 Jahren noch immer Gegenstand der Diskussion um den richtigen Notentext sind, der Beethovens Intentionen am nächsten kommt. Im Grunde basieren alle Ausgaben, die bis heute gebraucht werden, auf dem Erstdruck von 1826, der bei Schott in Mainz erschien. Natürlich ist jedem gewissenhaftem Dirigent seit langem bekannt, daß
10. November 1993

Mozart, Wolfgang Amadeus: Le nozze di Figaro

Vorbereitende Überlegungen für eine Interpretation

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro Vorbereitende Überlegungen für eine Interpretation. Dargestellt aus aufführungspraktischen Überlegungen zu Mozarts Le nozze di Figaro aus Anlaß einer Produktion mit Studenten des Sweelinck-Konservatoriums Amsterdam, 1986 und überarbeitet für die Aufführungen am Royal Opera House Covent Garden, London, 1991 Auszierungen, Kadenzen, Eingänge, Dynamik und sängerische Besonderheiten Luigi Bassi, Sänger der Prager Operngesellschaft, verhalf Mozart auch mit zum überwältigendem Erfolg seines Don Giovanni, in dem er zur
13. Juli 1993

Mozart, Wolfgang Amadeus: Arien

Booklet-Text zur Ausgabe: Mozart-Arien mit Christiane Oelze und dem Kammerorchester C.Ph.E. Bach

".... accurat angemessen..." ...denn ich liebe daß die aria einem sänger so accurat angemessen sey, wie ein gutgemachtes kleid." Diese Stelle aus einem Brief Wolfgang Amadeus Mozarts an seinen Vater vom 28.2.1778 ist sicher für alle seine Vokalkompositionen zutreffend, besonders jedoch für die Arien, die Mozart als selbstständige Werke für "seine"- oft mit ihm befreundete-Sänger schrieb. Man muß sich aber vergegenwärtigen, daß die Mehrzahl der sogenannten "Konzertarien" als Einlagen für Opern anderer Komponisten geschrieben wurden. Damit ist natürlich auch schon viel über die zu beachtenden Grundsätze der Interpretation dieser Werke gesagt. Nur die wirklich
07. Oktober 1992

Bach, Wilhelm Friedemann: Das Orchesterwerk

Beitrag zum Booklet der Gesamteinspielung von W.F. Bachs Orchesterwerken und zu Fragen der Rekonstruktion

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Wilhelm Friedemann Bach: Zur Gesamtausgabe des Orchesterwerkes Booklet-Text für die CD-Einspielung Berlin Classics 1098-2, aufgenommen 1993 Wilhelm Friedemann Bach starb 1784 verarmt in Berlin, wo er die letzten zehn Jahre seines Lebens verbracht hatte. Dabei genoss er zeitweise die Gunst der Prinzessin Anna Amalie, die Orgelmusik liebte und auch selbst Orgel spielte. Zelter war in seiner Jugend sehr von ihm beeindruckt. In den Berlinischen Nachrichten konnte man 1774 über ein Konzert von ihm lesen: „Alles was
20. November 1991

Mozart, Wolfgang Amadeus: Mitridate

Beitrag zum Programmheft des Royal Opera House Convent Garden. Fragen der Interpretation und Aufführungspraxis

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: Mitridate, re di Ponto Beitrag zum Programmheft der Produktion am Royal Opera House Covent Garden, London 1991 und De Nederlandse Opera, Amsterdam 1992 EIN WICHTIGER BRIEF Während unserer ersten musikalischen Probe für diese Produktion empfingen wir einen wichtigen Brief von Harrison James Wignell: „Some exciting news about Mitridate! Rita Peiretti of Torino discovered that the last tenor aria „Vado incontro al fato estremo” is note-for-note in Gasparini's Mitridate. I disagree with her
05. Oktober 1990

Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Entführung aus dem Serail

Musikalische Charaktere und Aufführungspraxis

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail Musikalische Charaktere und Aufführungspraxis, Programmheft-Beitrag für die Niederländische Oper Amsterdam, 1988 „Ach ich liebte“ singt Konstanze und wenn man diese Vergangenheitsform einmal wirklich wörtlich nimmt, steht man mitten in einer Problematik, die bei Aufführungen der Entführung oft übersehen wird. Diese Vergangenheitsform drückt aus, wo der eigentliche Konflikt dieses Werkes liegt: In der neuen möglichen Liebe zwischen Konstanze und Bassa Selim, die an der moralischen Kraft des Festhaltens an dem Treuegelöbnisses scheitert, die aber in Konstanze Spuren hinterlässt, die innere Martern sind und sie deshalb mit Recht
12. Juni 1990

Haydn, Joseph: Haydns Orchester und die Cembalo-Frage in den frühen Sinfonien

Booklet-Text für die Einspielungen der frühen Haydn-Sinfonien

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Joseph Haydns Orchester und die Cembalo-Frage in den frühen Sinfonien Booklet-Text für die Einspielungen der frühen Haydn-Sinfonien für Berlin Classics 1028-2,1027-2, 0110 024, 0110 014, 0110 013, aufgenommen 1988–1990, nochmals veröffentlicht als Kassette mit 18 Sinfonien: 0002762CCC Ausgehend von der künstlerischen Prämisse, dass wir für Hörer unserer Zeit - mit den Hörgewohnheiten und der Bildung unseres Jahrhunderts - musizieren, versuchen wir mit den Erkenntnissen der Musikwissenschaft in unserer Haydn-Edition alle neuen Forschungsergebnisse mit
12. Juni 1990

Mozart, Wolfgang Amadeus: Requiem, zur Vollendung

Bemerkungen zum Requiem

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. Alle Rechte vorbehalten Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem Noch eine Fassung des Requiem von Mozart? Programmheft-Text für die erste Aufführung der Fassung von Hartmut Haenchen, Amsterdam 1991 Wer sich mit der Interpretation des unvollendet gebliebenen Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart befaßt, muß sich zunächst mit der Quellensituation beschäftigen: Mozart konnte sein Werk nicht mehr vollenden. Constanzes Sorge war, daß sie dem „unbekannten Besteller" ein vollständiges Werk übergeben mußte, da er durch seine Anzahlung ein Recht auf ein vollständiges Werk erworben hatte. Wie aus einem Brief des Schülers von
15. März 1976

Zur Frage der Appoggiaturen

Streitbare Antwort auf einen Artikel der Regisseurin Renate Oeser in der Zeitschrift "Theater der Zeit" , Heft 11/ 1984, S. 52-53

Eine vollständige PDF-Datei mit allen Fußnoten und Beispielen können Sie am Ende des Textes downloaden. „Wie halten Sie es mit den Appoggiaturen?“ Antwort in „Theater der Zeit“ Heft 11/ 1984, S. 52-53 auf einen Artikel von Renate Oesers in „Theater der Zeit”, Heft 7/84. Daß Sie „zutiefst verunsichert" sind, ist zweifellos Ihrem Artikel zu entnehmen, doch beginnt diese Verunsicherung bereits bei der Terminologie. Sie verwenden Appoggiatur offensichtlich als Synonym für „willkürliche Verzierungen" und damit werden die „wesentlichen Manieren" mit den „willkürlichen Veränderungen" gleichgesetzt. Ersteres ist nur im entferntesten Sinne der